MUTmachGeschichten mit Dr. RiNo

MUTmachGeschichten mit Dr. RiNo

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00:00:00: Kennt ihr das?

00:00:02: Ein Moment.

00:00:04: Eine Begegnung, ein Satz!

00:00:07: Und es ändert sich alles für dich weil es ein Impuls ist.

00:00:13: Anders nicht

00:00:14: als nacksch.

00:00:16: Mut macht Geschichten die glücklich machen.

00:00:19: Meine Oma hatte sie drauf diese Lebensweisheiten.

00:00:23: Jedes mal wenn ich ihre Unterstützung brauchte kamen sie aus ihr herausgesprudelt.

00:00:29: zum Beispiel Alles was mit F anfängt verbockt war nicht Füller, Fahrzeuge und Freunde.

00:00:35: Oder bist du heiratzt ist alles wieder gut!

00:00:39: Doch diese Spruch toppt

00:00:40: alles

00:00:41: anders nicht als nacksch.

00:00:44: Immer wenn ich Sorgen hatte etwas nicht zu schaffen Wenn ich den Kopf in den Sand stecken wollte oder wenn ich das Gefühl hatte es geht nicht weiter Und ich fragte sie Kann ich das denn schaffen?

00:00:55: Meinte sie immer Anders nicht als Nacksch?

00:00:57: Also na klar, warum denn nicht?

00:00:59: Schieß einfach los!

00:01:01: Und genau dieses Anders Nicht als Snacksch das möchte ich mit euch teilen.

00:01:06: Dieses es geht immer weiter.

00:01:09: Mutmachgeschichten die glücklich machen Das ist mein neues Motto Denn auch bei mir ändert sich was also ändern sich auch meine Mutmacht.

00:01:16: Geschichten Bleibt dran anders nicht als nacksch.

00:01:20: Mutmarcheschichten die Glücklich Machen.

00:01:23: Beim Billard wenn die Kugeln aneinander treffen und ihre Bewegungsrichtung sich ändert, das ist ein Impuls.

00:01:32: Oder beim Fußball – wenn der Ball nach einem Schuss davon fliegt!

00:01:37: Dieser Ball hat einen Impuls bekommen.

00:01:40: Einen ganz besonderen Impuls erlebte ich so ungefähr im Jahr zwei tausendundfünf.

00:01:45: Unmittelbar nach den Sommerferien traf ich einen jungen Mann wieder.

00:01:50: Er war jetzt in der zehnten Klasse und hatte sich in den letzten sechs Wochen Total verändert!

00:01:58: Er hatte abgenommen.

00:01:59: Und sein Blick war offen, seine Mitarbeit war plötzlich rege und seine Gedanken außerordentlich komplex.

00:02:08: So hat ich ihn in der neunten Klasse nicht erlebt... ...und da ich neugierig war habe ich gefragt, sag mal was ist mit dir passiert?

00:02:17: Und dann sagte dieser Junge einfach einen Satz.

00:02:21: Wissen Sie Frau Neute?

00:02:23: Ich habe ADS Ich habe ADS und ich musste da Tabletten nehmen, Medikamente nehmen.

00:02:31: Und mit diesen Medikamenten war ich fast abwesend!

00:02:36: Mein Kopf war wie in Watte gepackt... ...ich wusste und ich weiß dass sie es sehr wichtig finden das ich miterweite aber ich konnte es einfach nicht.

00:02:45: Ich konnte mich nicht zeitig genug melden.

00:02:49: wenn ich so weit war waren Sie schon fast zu Tür raus.

00:02:53: In diesem Moment dachte ich mir Was macht dieser Junge durch und was kann ich für ihn tun?

00:03:02: Dieser Impuls begleitet mich seit dieser Zeit.

00:03:05: Und ich beschäftige mich so, so lange schon mit den Themen, mit den Herausforderungen von Kindern und Jugendlichen die anders denken, anders fühlen, anders handeln.

00:03:17: Und dieser junge Mann war mein erster Impuls!

00:03:21: Ich begrüße ganz herzlich meinen ehemaligen Schüler Daniel Presch, einen wunderschönen guten Tag, Daniel.

00:03:29: Hallo!

00:03:30: Ja schön dass ich dabei sein darf.

00:03:33: Wie wirkt dir diese Geschichte auf dich?

00:03:34: Kannst du sich daran erinnern?

00:03:36: Tatsächlich irgendwie gar nicht so genau weil man immer wieder im Leben die Situation hatte das jemand plötzlich von dieser Diagnose erfährt oder ich es mitgeteilt habe.

00:03:48: Lieber Daniel Ich habe so häufig in meinen letzten Podcasten wenn es um Herausforderungen von Schülern ging über diesen Impuls gesprochen.

00:03:58: Und ich hatte irgendwann das Gefühl, ich muss dich suchen!

00:04:01: Denn ich hatte eigentlich sehr lange keinen Kontakt mehr zu dir und ich habe dich gefunden – und ich finde das total klasse -, dass auch du diese Möglichkeit siehst, dich mit mir zu unterhalten.

00:04:12: Ich bin natürlich sehr fasziniert davon wie du dich auch entwickelt hast und wie du dein Leben gemeistert hast.

00:04:18: Und dazu erstmal eine erste Frage vielleicht auch zum Verständnis für meine Zuhörer, du hast damals von ADS gesprochen.

00:04:27: ADS war damals Aufmerksamkeits-Device-Zyndrom und dann gab es auch noch ADHS – das war ein Unterschied, dass aufmerksamkeit Devicezyndrom mit Hyperaktivität verbunden ist.

00:04:41: Heute finden wir diesen ganzen Komplex unter dem Thema Autismus!

00:04:45: Das ist natürlich noch gravierender aber es gibt doch heute noch viele Menschen die sagen Das ist eine Modediagnose, das ist eine Erfindung der Pharmaindustrie.

00:04:56: Was hat ADS genau für dich in dieser Zeit bedeutet?

00:05:00: Erstmal muss man dazu sagen dass ich im Vergleich zu vielen heutigen Diagnosen diese Diagnose sehr früh gekriegt habe tatsächlich in der Grundschule bereits nämlich durch meine Grundschullehrerin typische DDR-Lehrerin aber immer offen und die Klasse hat gestubert aber ohne irgendwie besonders streng zu sein für jemanden mit ADS, der sehr zerstreut ist und dem Struktur fehlt.

00:05:23: Besonders wichtig auch kleine Klassenstärke damals.

00:05:27: Und die hat zu meiner Mama damals gesagt in einer ersten oder zweiten Klasse irgendwas stimmt mit dem Jungen nicht.

00:05:32: Der ist nicht doof aber er kommt irgendwie nicht mit.

00:05:35: Er ist irgendwie weg woanders.

00:05:37: also sind hier zum sozial-pedratischen Zentrum also das SPZ im Potsam damals gegangen haben da verschiedene Tests gemacht inklusive Höhenstrom Messung usw.

00:05:48: Und dann kam diese Diagnose halt bei raus, für jemanden mit sechs, sieben, acht Jahren nicht vielsagend.

00:05:55: Aber für meine Mama war es glaube ich erst mal eine Erklärung auch okay.

00:05:59: da ist irgendwas, da müssen wir uns darum kümmern dass der Junge irgendwie durch die Schule kommt und sein Leben bewältigt wird.

00:06:05: also so würde ich zumindestens jetzt aus dahin irgendwie sagen erstmal bedeutet das Tabletten nehmen damals noch Ritalin.

00:06:13: viele Vorurteile die ich so in der Schule gar nicht so mitgekriegt habe, weil ich glaube meine Mama war immer offen mit den Lehrern.

00:06:22: Meine Lehrer waren irgendwie glücklicherweise auch immer offen also inklusive bis zur zehnten Klasse mit ihnen oder auch neunte dann genau.

00:06:30: und das Problem war glaub ich eher für mich in der Familie, weil es jetzt auch aus meiner Sicht heutzutage ziemlich sicher von na also väterlicherseits vielleicht irgendwie kommt auf wenn da nie eine Diagnose gestellt wurde.

00:06:45: Aber gerade mein Opa oder so, da hieß es dann immer ja ist eine Ausrede.

00:06:49: Der ist halt ein Pressch oder der Junge ist zu faul.

00:06:52: Der braucht einfach meine harte Hand.

00:06:54: So wie das also ohne dass ich jetzt geschlagen worden wäre oder sowas gar nicht aber strenger Ziehung sag' ich mal so.

00:07:00: vielleicht dazu kamen dann, dass meine Eltern ja auch getrennt waren insofern der Einfluss sowieso hauptsächlich bei meiner Mama lag.

00:07:07: Also meine Mama sich um alles gekümmert hat kümmern musste Ganz zeitlich betrachtet die Tabletten erst mal es besser gemacht haben.

00:07:16: Zumindest noch was die Schule anging, ich war einfach Teilweise zwei Noten besser wenn ich in einem Hyper diese Tablette genommen habe.

00:07:24: Problem war das Tabletton gerade Ritalin damals noch immer Nebenwirkungen haben weil sich bei Ritalinen konkret war zum Beispiel Appetitlosigkeit oder verschiedene Ticks also weiß ich Mund auf Reisen knacken mit dem Kiefer So eine Geschichte.

00:07:42: Da bin ich sehr froh, dass meine Mama und auch der Arzt damals da immer mit mir im Einklang waren und gesagt haben wenn du merkst es wird dir zu viel dann schleichen wir das aus und machen halbe sehr pausern.

00:07:54: Das konnte ich immer sagen bis zum Schluss.

00:07:57: aber ja die Noten waren einfach mal kurz am Keller.

00:08:00: gerade in so Phasen wie in der sechsten Klasse wo's dann ums Gymnasium ging oder nur gesammt oder was heißt nur?

00:08:07: Aber Gesamtschule oder Realschule waren es natürlich schwierige Phasen.

00:08:11: und auch in der siebten Klasse.

00:08:13: Und dann im Gymnasium an den Zehnten am Ende, wo es halt um die Zukunft geht war das ein harter Kampf.

00:08:20: meine Mama ich weiß hat mir letztens nochmal erzählt gerade in der sechsten Klasse da hatte ich eine andere Klassenlehrerin und die wollte uns immer erzählen Ich kann nicht lesen und gibt mir keine Berechnung zur zum Gymnasiums obwohl ich alles zweien und teilweise einzeln hatte.

00:08:35: Das war ein harter Kampf, dieses Schreiben dann am Ende zu kriegen.

00:08:40: Ich habe es dann Gott seiank gekriegt und dann gab's die Möglichkeit in einem privaten Gymnasium mit kleinen Klassenstrukturen, also maximal fünfzehn Schüler.

00:08:49: Und dann hab' ich halt tatsächlich trotz dieser Diagnose ans Gymnasiums geschafft.

00:08:55: Hatte erstmal die Welt vor mir, konnte irgendwie alles offen, hatte die Chance irgendwie mal Abitur zu machen Auch wenn meine Eltern immer gesagt haben, das ist deine Entscheidung.

00:09:05: Guck wie es funktioniert und wie du schaffst draus, dass dir zu, also dann später wo es darum ging Aber in der siebten selber war das schon ein extremer Sprung aber ich glaube den hatten alle Kinder damals.

00:09:16: diese Anforderungen am Gymnasium von der sechsten zur siebte einfach Also von der Grundschule hoch extrem sind abgesehen von Neue Leute neue Klassen Und neues System auch an der Privatschule mit plötzlich Blockunterricht, nicht mehr eine dreiviertel Stunde sondern anderthalb Stunden konzentrieren.

00:09:36: Für mich noch schwieriger glaube ich als ein Nachhinein betrachtet und dazu kam so als kleine Anekdote dass wir damals noch diese Zettel, Klassenzette ausgeteilt haben wo die Telefonnummern von allen Mitschülern drauf stand und bei mir stand bei GeschlechtADS.

00:09:52: das heißt ich war tatsächlich, also die Lehren hat sich total entschuldigt und hat es mir freigestellt ist zu erklären.

00:09:59: Gott sei Dank war ich zu der Zeit so weit das erklären zu können.

00:10:03: Und dann bin ich damit ganz offen auch umgegangen, habe gesagt woran es also was das Problem ist dass das nichts von deinem Geschlecht zu tun hat Sondern eher eine Konzentrationssache ist ja ein bisschen zappelfillip wie man damals noch gesagt hat wobei Damals irgendwie ich das immer so verstanden hab dass dieser dieses Haar diese superaktive gar nicht nur dieses reine Zappelfilip war sondern eher noch eine extremere nicht vor eine Impulskontrolle, Streitskonflikte.

00:10:32: So wurde es mir damals erklärt vom Arzt austragen zu können was ich nie hatte Gott sei Dank.

00:10:37: Ich habe vielleicht auch mal hier und dann eine Impulskontrolle die nicht ganz so gut ist.

00:10:41: Die äußert sich aber bei mir eher dass man mal Sachen kauft heutzutage oder... ...ich konnte sie damals beim Fußball gut ausleben weil dann kannst du die ganzen Sachen einfach mal raus schreien Was ich damals wohl nicht wahrgenommen hab.

00:10:55: Heutzutage ist das für mich ein ganz großer Faktor, warum nicht immer noch zu meinem Fußballverein gehe seit dreißig Jahren als Zuschauer und es mir danach irgendwie besser geht.

00:11:03: Egal wie das Ergebnis war.

00:11:05: Ja da ist vielleicht so ein bisschen der Unterschied.

00:11:06: Das ist gar nicht immer nur so zappel Philippe.

00:11:09: Ich war auch nie so dass ich im Unterricht einfach mal aufstehen musste oder so?

00:11:13: Ich bin halt immer hin- und hergerutscht auch irgendwie Aber trotzdem immer ohne des Haarender Diagnose.

00:11:19: ja Und heutzutag wird es halt bei vielen Erwachsenen auch einfach festgestellt.

00:11:24: Ja, stimmt.

00:11:25: Vor allem auch bei vielen Frauen.

00:11:28: Was damals siehst ist das haben nur Jungs?

00:11:30: Wie gesagt die sind Zappel-Philippe, die sind weiß ich nicht gut erzogen oder was die Schule angeht zu Faul oder irgendwas stimmt da nicht, guck doch mal!

00:11:41: Die Tabletten sind nur zum Ruhestellen da.

00:11:43: eigentlich sind die nicht gut.

00:11:45: und so eine Ablehnung gegen Ärzte-Tabletten.

00:11:49: Auch mein Papa hat immer gesagt irgendwie erfindet es nicht so gut.

00:11:52: brauche ich denn die Tabletton wirklich?

00:11:55: Aber er hat, das rechnet ihm inzwischen ganz hoch an.

00:11:58: Weil ich das auch anders kenne, dass er nieder zwischendurch gekriegt hat.

00:12:03: Ja.

00:12:03: Meine Eltern waren beiderziehungsrechtlich.

00:12:05: Er hätte auch sagen können niemanden so einen Krieg

00:12:06: keine Tabletten.

00:12:07: Er ist richtig.

00:12:09: Hatte aber nichts gemacht weil er da dann doch meiner Mama irgendwie und den Ärzten noch vertraut hat.

00:12:14: Er hatte zugelassen.

00:12:16: Er hat auch zugestimmt bei der Schule Auch wenn es für ihn natürlich auch

00:12:20: eine finanzielle

00:12:21: Belastung Genau.

00:12:23: Das hat zwar an sich meine Mama getragen, aber natürlich hatte es im Unterhalt und so eine Geschichte auch noch eine Rolle gespielt.

00:12:28: Aber diese Schule bleibt zwar im Rahmen dieser Schulsystems, aber gibt neue Wege...

00:12:34: Richtig!

00:12:35: ...die mir vielleicht auch helfen.

00:12:37: Ja, wie soll ich sagen?

00:12:38: Es war für mich irgendwie der Glücksumstand, sag' ich mal, dass das damals im Land Brandenburg plötzlich möglich war.

00:12:45: Und für mich war's der Glücksumstand dass ich dich dort kennenlernte.

00:12:49: Und ich war zwar Lehrerin, aber ich fühlte mich in meiner alten Schule auch nicht mehr wohl und deshalb bin ich an diese Schule gekommen.

00:12:56: Der Impuls für diese Schule kam von meinem großen Sohn und der ist auch in der zehnten Klasse einfach in diese Schule gewechselt weil er eben auf der anderen Schule Schwierigkeiten hatte und man ihm auch abgesprochen hat das es Abitur machen kann.

00:13:10: Er hat dann an dem Schiller-Gymnasium mit Potsdam das Abiturs gemacht.

00:13:15: damals war die Schule wirklich sehr innovativ.

00:13:18: Heute kann ich mir keinen Urteil mehr erlauben, ich bin schon lange nicht

00:13:22: dort.".

00:13:22: Aber damals war es im Sodass mein Sohn Anfang der zehnten Klasse dann gesagt hat jetzt macht das Lernen endlich wieder Spaß.

00:13:30: und genau das haben wir beide ja auch mitbekommen.

00:13:35: und ich hatte plötzlich eben auch die Möglichkeit mich mit derartigen Lernproblematiken zu beschäftigen, was ich vorher erstens nicht mitbekommen habe in der anderen Schule und zweitens weiß ich nicht ob ich dafür Zeit gehabt hätte.

00:13:49: Weil eben auch wirklich dreißig Schüler oder achtundzwanzig Schüler in der Klasse waren und man dann mit völlig anderen Schwierigkeiten Problemen handieren musste.

00:14:00: aber wenn dann fünfzehn Schüler in die Klasse sitzen dann macht man sich schon mehr eine Platte über jeden einzelnen und das ist ja da noch möglich.

00:14:07: In diesem Zusammenhang kann ich natürlich auch das nur bestätigen.

00:14:12: Dieser andere Art des Arbeitens natürlich dabei ganz, ganz doll hilft die Dinge auch neu zu sehen.

00:14:19: Kommen wir mal aber zurück auf die Problematik was du schon angesprochen hast dieses andere Vorurteil.

00:14:27: Die Schüler sind nur zu faul oder haben keine Motivation.

00:14:31: wie war das bei dir mit der Motivations?

00:14:32: Wie hast du dich mit der problematik lernen auseinandergesetzt.

00:14:38: Kannst du dich da an so ein verschiedene Situationen erinnern?

00:14:41: Ja, tatsächlich!

00:14:42: Wenn ich die Tabletten genommen habe braucht es nicht viel noch lernen zu Hause weil ich hab die Sachen einfach mitgekriegt im Unterricht und das ging alles.

00:14:54: aber ohne Tablette war eine Katastrophe.

00:14:57: Ich musste Zuhause viel machen Das hat aber oft nicht viel geholfen Weil damals dieses War halt einfach nicht bekannt, es gab kein Internet.

00:15:05: Kein Google, wo man googlen konnte und meine Mama musste alles aus einem Buch sich lesen.

00:15:10: dieses eine buch Wo so ein kleiner Junge drauf war das habe ich sollte ich immer wieder lesen.

00:15:15: jemand mit ads lesenden buch ist ne Katastrophe weil du musst die ganze Zeit auf was konzentrieren hab ich nie getan vielleicht mal zwei seiten oder so.

00:15:22: mein Problem war tatsächlich immer wenn alles ruhig war.

00:15:29: Das war für mich ganz schwierig Aber das hätte ich damals auch nie so formulieren können.

00:15:33: Das war immer ein Gefühl, wenn ich Hausaufgaben gemacht habe.

00:15:35: zu Hause musste immer der Fernseher laufen.

00:15:38: Ich saß mit dem Rücken zum Fernsehen aber diese Geräusche gehabt den Kindern.

00:15:43: so werden die da mal so liefen und ich hatte erstmal keine Ahnung sich verpasst was bei Teenage auf so ist wenn ihre Lieblingsserie läuft.

00:15:50: oh Gott bloß nicht verpassen!

00:15:52: Ich konnte alle anderen weiß ich den Spatz drei Kilometer Entfernung nicht mehr hören der mich abgelenkt hat sondern ich konnte mich auf den Stoff konzentrieren.

00:16:00: Meine Mama hat immer gesagt, ja irgendwie ihr musst zur Musik hören.

00:16:03: In den Klassen musst du es immer ruhig sein und so weiter.

00:16:06: Wobei ich glaube im Unterricht selber ist das was anderes.

00:16:09: da war die Ruhe für mich irgendwie trotzdem gut wenn der Lehrer einen aktiven guten Unterricht gemacht hat und wenig Ablenkung da war was bei ihnen zum Beispiel oft der Fall war weil sie immer eine natürliche Autorität hatten glaub ich.

00:16:23: So nenn ich's nicht.

00:16:26: Bei Ihnen waren Sie mit immer Ruhe auch in der Grundschule.

00:16:30: noch weiß ich, wie viel Hefte ich voll geschrieben habe um die Schildschrift zu üben.

00:16:34: Funktionierte nie bei mir entweder wegen einer Konzentration oder es lag an der Motorik.

00:16:39: also mal so weil feinmotorisch rob motorisch bei mir auch so eine Geschichte war wo auch meine Mama viel mit den Lehrern geredet hat und ich hab zumal super gerne Aufsätze geschrieben.

00:16:51: Ich war ein Inhalt war glaube ich immer ganz gut so zwei wenn nicht waren man eins.

00:16:56: Aber Schriftbild, Grammatik, Rechtschreibung... Also bei Grammatika war gar nicht so schlimm.

00:17:01: Aber Rechtschreiben waren für mich schwierig.

00:17:04: in erster Linie immer das Schrift-Bild weil ich habe keine Linien beachtet, keinen Ende der Linie also kein Zeile, dementsprechend können sie sich vielleicht auch noch erinnern weiß ich nicht.

00:17:16: Meine Blätter sahen immer aus wie hingeludert obwohl ich da so viel Konzentration reingesteckt hat wie irgendwie ging und die weiß ich wieder sagt nicht mehr welcher Lehrer das war kann sein, dass sie das sogar waren.

00:17:26: Irgendwann hat man zu mir gesagt Daniel du schreibst die Buchstaben eigentlich total deutlich aber das Gesamtbild sieht halt nicht schön aus und dadurch kriegt man erstmal eine Schreckerslehre und muss sich erst mal überwinden Nicht gleich ne Sechs zu geben weil ich leserlich womit ich manchmal zu tun hatte tatsächlich damals bis meine Mama dann irgendwie erklärt hat wo ganz lag oder später ich das dann erklären konnte.

00:17:50: Aber eigentlich die Buchstand sind sehr deutlich Und wenn man sich hinsetzt sich das anguckt, kann man es auch eigentlich lesen.

00:17:57: Also ich habe halt nie für Schildenschriften eine Eins getrickt an was mal so.

00:18:01: aber ich konnte immer zu Papier bringen, was ich sagen wollte und irgendwie hat's dann am Ende funktioniert und ich weiß noch nicht ob seine Regelschule im Gymnasium oder Gesamtschule oder was funktioniert hätte

00:18:14: Wenn man sieht dass man überlegt Das ist knapp zwanzig Jahre her!

00:18:18: Das heißt zu dieser Zeit, das hast du ja gerade schon erwähnt gab es die Möglichkeiten so gut wie noch gar nicht im Internet zu recherchieren.

00:18:27: Das machen wir heute alles.

00:18:28: und wir wissen auch, dass ADS und ADHS ganz häufig korreliert mit einer Leserechtschreibschwäche.

00:18:36: Wir wissen das Schriftbild ist nicht in Ordnung und man soll es als Lehrkraftabstriche machen.

00:18:44: Aber das war damals sowohl für die Leidtragenden als auch für uns Lehrkräfte überhaupt kein Thema, das wussten wir alles nicht.

00:18:54: Und natürlich steckten wir damals auch in dieser Prädulie... Das Schriftbild muss in Ordnung sein, das muss ordentlich sein, es muss eine gewisse Form haben und diese Formen müssen übereinstimmen.

00:19:04: Und sehr häufig sind wir davon ausgegangen.

00:19:07: Inhalt und Form bilden eine Einheit!

00:19:10: Wenn die Form in Ordnungen ist, kannst du schon fast der zwei druntersetzen?

00:19:14: Also ich kann mir schon durchaus vorstellen, dass ich dir diesen Vortrag gehalten habe.

00:19:18: Weil ich eben immer die Aufgabe gemacht hab auch wenn es schlutrig aussieht.

00:19:23: du guckst erstmal nach und ich hatte dann später das war aber mindestens zehn Jahre später einen Schüler.

00:19:29: der hat eine andere psychische Erkrankung.

00:19:34: da ging es darum ihm der Kopf geplatzt wäre, wenn er die Sachen, die in den Kopf rumgegangen sind nicht aufgeschrieben hätte.

00:19:42: Und er hatte dann ein kleines schwarzes Büchlein und in dieses Büchchen schrieb er das alles rein.

00:19:46: Das sah aus wie... Also ich habe das Büchling mal in die Hand bekommen, er hat mir das gezeigt, da war wir gegenüber da sehr offen.

00:19:55: Da stand da

00:19:56: Bäh!

00:19:56: Blut,

00:19:57: Geld einkaufen.

00:20:00: irgendwelche komischen Geräusche, so wie manchmal in den Comics verbunden mit irgendwelchen Sachen wo ich dann mitkriege.

00:20:08: Aha!

00:20:08: Er muss heute noch einkaufen gehen oder irgendwas.

00:20:10: und so habe ich auch mal eine Mathearbeit bekommen.

00:20:13: das Blatt war voll geschrieben mit kleinen irgendwelch seltsamen

00:20:19: Worten

00:20:20: Mit Silben, mit

00:20:22: irgendetwas.

00:20:23: Und dazwischen waren Zahlen.

00:20:25: und weil ich wusste was in der Mathearbeit raus kommt an Ergebnissen habe ich gewusst, dass diese Zahl ein Ergebnis ist.

00:20:33: Und ich habe wirklich am Anfang gedacht hier findest du nichts!

00:20:37: Ich hab wirklich jedes... also das waren ja nicht im Zeilen geschrieben sondern alles so rundrum am Rand lang geschrieben.

00:20:45: Ich habe dann wirklich alles mit der Lube durchgeguckt und habe so viele richtige Ergebnisse gefunden, dass ich nur drei ergeben konnte.

00:20:53: Hätte ich normalerweise nie gemacht.

00:20:56: Aber ich wusste, dass es für ihn wichtig ist.

00:20:58: Er hat in meinem Unterricht mitgearbeitet, er hat sich bemüht... Ich kann das nicht abstellen!

00:21:04: Ich kann nämlich sagen, schreibt das nicht auf?

00:21:06: Dann hätte er nicht mitmachen können.

00:21:08: Also habe ich ihm trotz oder gerade weil er sich hingesetzt hat und das mitgemacht hat, habe ich eben diese drei gegeben.

00:21:16: Und aus dieser Perspektive heraus entstand dann auch ein sehr positives Arbeitsverhältnis, indem man dann sich immer stärker auch bemühte.

00:21:24: Leider Bei anderen Kollegen ist es nicht der Fall gewesen und er hatte dann auch Schwierigkeiten, sich mental zu beherrschen.

00:21:33: Gab's dann auseinandersetzung wahrscheinlich irgendwie auch mal eine Schlägerei mit dem Schüler oder was?

00:21:37: Er musste dann irgendwann die Schule verlassen hat auf mich gewartet und hat dann sich bei mir noch bedankt.

00:21:43: Aber

00:21:44: das sind natürlich Geschichten.

00:21:46: Ja okay kommen wir zurück Daniel zu dir und deinen Herausforderungen.

00:21:53: Was mir damals aufgefallen ist, das hattest du ja auch schon angedeutet.

00:21:57: Dass deine Mama sich unwahrscheinlich darum gekümmert hat dass auch das Verhältnis zwischen dir und uns Klärern auf eine andere Stufe gehoben wird um das Verständnis für einander zu entwickeln.

00:22:11: Und es gibt ja auch dieses Vorurteil wer ADAS hat Das ist eigentlich geschuldet den Eltern oder einer schlechten Erziehung.

00:22:20: Im Gegensatz dazu weißt du und hast mir das auch dargestellt, dass deine Mutti eine ungeheure Kraft aufgebracht hat für dich und mit dir zusammen diese Herausforderung zu wuppen.

00:22:34: Hast Du da so ein paar kleine Geschichten oder Anekdoten?

00:22:37: Was das alles konkret für Dich und Deine Mama bedeutet hat?

00:22:40: Ja angefangen bei Sachen... Das durch die Gropmotorik!

00:22:44: Also nicht selbst der Lamifüller, um das mal so zu benennen ein sehr stabiler Holzfüller.

00:22:51: Selbst den habe ich kaputt gekriegt und hab bestimmt pro Schulhalbjahr drei, vier, fünf Stück davon verbraucht.

00:22:57: Den Pelikanodienst damals immer noch gab als ich eingeschult wurde mit einer richtigen Feder.

00:23:02: Der hat nach zwei Minuten verbrogen die Feder und es kam keine Tinte mehr oder er hat gekleckst.

00:23:07: dann Geodreiecke, Liniale sind zapprochen oder waren angeknabbert vom weiß ich nicht, weil irgendwie ablenken im Unterricht, um Konzentrationen bei den Lehrer zu halten.

00:23:18: Verlohrende Federtaschen, Rucksäcke, Mappen sogar auch das ist sogar noch in der Ausbildung.

00:23:24: später passiert am Bahnhof die Mappe stehen lassen, den neuen Rucksack zwei Wochen vorher gekauft glaube ich mit sämtlichen Schulmaterialien.

00:23:32: heftern hieß Mit Schülern, bitte.

00:23:36: Kann ich eure Heft haben?

00:23:37: Kann ich mir das kopieren?

00:23:38: später damals abstreiben mit meiner Sauklaue auf Deutsch gesagt wie es immer hieß Ich sowieso nicht lesen konnte.

00:23:46: aber ich hatte erst mal da.

00:23:48: meine Mama ja war voll berufstätig dass heißt sie kamen die bzgl.

00:23:53: Achtzehn Uhr nach hause von der arbeit und Ich dann zu ihrem mama ich brauch dies und dies das ist kaputt gegangen.

00:24:00: können wir mal bitte nochmal schnell ein Stern sein gehen?

00:24:04: Ja, klar mein Sohn.

00:24:05: Oder... Ey guck mal in den Schuhestrand!

00:24:08: Wir hatten einen relativ großen Schuheschrank wo oben Bücher stand und unten alles an Material drin war von um Zeichenblock bis neuen Heftern Klemmmappen weiß ich nicht was inklusive Zirkel.

00:24:18: selbst ein Zirke habe ich glaube ich mal kaputt gekriegt.

00:24:20: fragen sie mich nicht wie.

00:24:23: Es ist einfach passiert ohne dass ich da mitgekriegst Ja egal was ich damit also keine Ahnung.

00:24:28: das waren so Sachen Da war meistens was um es für nächsten Tag zu haben.

00:24:33: ja auch Weiß ich nicht.

00:24:34: Zum Beispiel Sachen wie Hausaufgaben, hast du vergessen?

00:24:38: Hast denn nicht vergessen?

00:24:39: Meine Mama hat zu DDR-Zeiten Gesang studiert.

00:24:43: Das heißt sie war musikalisch und künstlerisch auch sehr begabt Und hatte auch sehr viel Geduld mit mir diese Sachen zu lernen Gerade Gedichte.

00:24:52: Mein Problem war, ich habe vergessen, ey morgen muss den Gedicht aufsagen Einfach vergessen Nicht ins Hausaufgang hefgeschrieben Das heißt Ich hab erstmal ne Sechs kassiert Bin danach zu meiner Mama Hab das erzählt.

00:25:05: Sie okay, mein Sohn?

00:25:07: So, hol her des Gedicht und wir haben es bis, weiß ich nicht, acht oder neunzehne abends durchgeprügelt auf Deutsch gesagt also wirklich bis es im Kopf war mit aber dann perfekter Betonung und wirklich dass sich eine eins dafür gekriegt hat.

00:25:20: und so uns am Ende der drei so bin ich durch die Schule gekommen.

00:25:24: Gott sei sagen sowohl bei meiner Mama als auch bei meinem Papa war's immer so Elbenteils in Ordnung.

00:25:29: selbst vier ist noch bestanden.

00:25:31: Und auch wenn es mal irgendwie doch eine fünf war oder so Dann, ja beim nächsten Mal war besser.

00:25:36: Dann kommen zu uns und sag und wir lernen.

00:25:38: Ich hab's halt auch nicht gleich in die Hausaufgabenhefte geschrieben.

00:25:43: Was ich jetzt noch im Arbeitsalletag oft habe... Also ich arbeite in ambulanten Pflege.

00:25:49: wenn ich irgendwelche Sachen aufschreibe muss von den Patienten oder wir müssen Medikamente bestellen dann muss sich das sofort machen.

00:25:57: in dem Moment um kann nicht warten bis ich bei den Patienten raus bin weil dann ist es sobald ich im Auto sitze ist es weg.

00:26:03: Das heißt, die Sachen gehen verloren.

00:26:04: Und das sind so ein bisschen Sachen, die ich inzwischen weiß wo ich gelernt habe mit umzugehen irgendwie und die wirklich gleich zu erledigen bevor sie weg sind.

00:26:13: aber dass Sachen kaputtgehen oder dass man Sachen verliert vergisst passiert nur heute noch.

00:26:17: leider Gottes.

00:26:18: Es sind halt keine School-Mappen oder Ranzen mehr oder Federtaschen Aber weisendlich.

00:26:24: letztens hab' ich auch wieder einen Rucksack irgendwie hier stehen lassen war dann abgelenkt von meinen Kindern tatsächlich und bin mit den hoch gegangen.

00:26:32: Und als ich oben hinkam, vielmehr verdammt wusste ein Rucksack.

00:26:35: Bin hinterrannt, weil der Rucksacks weg.

00:26:37: Großen war nichts Wichtiges drinnen aber trotzdem ist es ja irgendwo denn auch kleiner, aber trotzdem auch finanzieller Schaden.

00:26:44: und deswegen ärgert das natürlich trotzdem, weil du musst wieder einen neuen Rucksacker kaufen.

00:26:47: Gut dass er jetzt nicht mehr Mama bezahlt sondern nicht selber!

00:26:50: Da sind wir aber wirklich bei dem Thema, wo ich dich damals schon bewundert habe.

00:26:54: Du bist unwahrscheinlich empathisch und ich hatte immer das Gefühl du kannst mir ein bisschen in den Kopf gucken!

00:27:00: Und es ist mir gerade wieder passiert... Ich wollte nämlich als du jetzt von deiner jetzigen Tätigkeit ausgegangen bist fragen wie hat sich das entwickelt mit dieser ADS-Geschichte?

00:27:12: Wie gehst du heute damit um?

00:27:14: Du arbeitest im ambulanten Pflegedienst Hast ja aber trotzdem diese Herausforderung immer noch zu meistern?

00:27:22: Sind dir jetzt die Besonderheiten, die damit einhergehen bewusster oder hast du bestimmte Strategien wie du sozusagen dieser ADS-Problematik in deinen Alltag heute einbindest.

00:27:34: Tatsächlich muss ich sagen helfen auch heutzutage sehr viel die Social Media Geschichten weil der Algorithmus durch Erzählung wie auch immer erkennt dass du ADS hat anscheinend und die Leute vorschlägt, die da zu Gruppen haben oder Podcasts oder Berichte.

00:27:52: Es ist immer sehr interessant was alles doch vielleicht zu der Diagnose passt und was nicht der typische Teenager Alltag ist oder eine Kombination aus beiden tatsächlich.

00:28:03: Na ja, Teenagers sind auch so faul manchmal, sind wir mal ehrlich und dann liegt es natürlich nahe und manchmal ist das aber gar nicht die Faulheit des Teenagers sondern die Diagnosen oder die Krankheit was da reinspielt.

00:28:15: Weil man es vielleicht gar nicht so wahrnimmt, wie's ist und im Arbeitsalltag selber bin ich tatsächlich habe ich ja verorgene Macht.

00:28:23: Vielleicht ist das auch pflegelspezifisch weil die Leute immer mit Krankheiten umgehen.

00:28:27: Auch die Chefs oder zumindest die Pflegedienstleitung sind immer offen darauf zu gegangen.

00:28:32: Wir haben leider auch relativ oft neue Pflege-Dienstleitungen gehabt hat doch einmal eine nicht so gute Pflegerinns leitung für mich persönlich.

00:28:40: fachlich war bestimmt top Aber die konnte damit nicht umgehen mit meinen Problematiken.

00:28:44: Und andere total super, die haben Rücksicht genommen auch auf private Angelegenheiten.

00:28:51: Ich habe den großen Vorteil dass meine Mama als ich siebzehn oder achtzehn war mit mir Binnungsgrad beantragt hat und den hab' ich dann natürlich erst nach Widerspruch wie das immer so ist.

00:29:01: aber auch erhalten die dreißig Prozent Was dir erstens schon mal einen Kündigungsschutz verbesserten gibt Für mich ganz wichtig, ich hatte eine Begründung Aber auch jetzt erst in der Firma durchzusetzen, dass ich keine Spätdienste mache.

00:29:16: Sondern nur Frühdiensten!

00:29:18: Ich bin am Anfang spätdienstes gefahren und Verkehr in Berlin ist sowieso eine Katastrophe was im Studienzüge mich aber gar kein Problem ist.

00:29:26: Im Verkehr ist es eher ein Vorteil des ADS weil du alles mit kriegst und die Sachen, die plötzlich passieren... Ich weiß nicht.

00:29:32: meine Schwester hat mal erzählt, ich bin mit dir immer zusammen Auto gefahren, da ist sie gefahren Und ich habe das Rehe am Straßenrand gefühlt.

00:29:38: in zehn Minuten früher wahrgenommen Konnte sein vor sich, da steht ein Dreh.

00:29:42: Also das ist so eine beispielhafte Idee wo sie dann meine was wie.

00:29:46: ich habe es noch gar nicht gesehen worden.

00:29:47: Ich hab für mich so festgestellt man muss dieses ads schon überfordern.

00:29:51: damit funktioniert also Wo das auch wieder rein spielt mit den hausaufgaben mit fernsehen gucken musik hören kopfhörer auf dem orn dabei war ich weiß nicht wie oft ich dafür auch fernsehverbot gekriegt habe oder so.

00:30:04: Ja dass waren so sachen die ich gerne auch mitgebe, überfordert euch manchmal.

00:30:09: damit funktioniert einfach.

00:30:11: Und dann seht ihr ob es funktioniert oder nicht.

00:30:12: und wenn ihr merkt ASG gar nicht, dann müsst ihr noch mal andere Wege finden.

00:30:17: aber da kann man bei Instagram, Facebook weiß ich nicht wie sie alle heißen Seiten finden oder Leute finden, die die Sachen erklären und die auch verschiedenste Hilfestellung geben können.

00:30:27: Einfach aus Erzählungen wie's bei ihnen war Ja finde ich wichtig und jetzt habe ich sogar eine Gleichstellung auf fünfzig Prozent vom Bildungsgrad gekriegt wo ich mich selber tatsächlich das erste Mal drum gekümmert hab, was für ein Riesenaufwand war diese Sache zusammenzutragen.

00:30:42: Dann auch noch mal dann die erste Ablehnung kam oder erst dieses.

00:30:45: Das fährt noch und ich wusste zu hundertprozentig habe es mitgeschickt.

00:30:50: Dieses einfach gegen diese Stuhlheit der Behörden anzugehen, für dein eigenes Recht zu kämpfen.

00:30:55: Das ist was meine Mama mir irgendwie inzwischen sechsunddreißig Jahre beigebracht hat.

00:30:59: man kann inzwischen sogar genau wie mit Autismus einen Pflegegrad aktuell für beantragen wo man wieder zum Beispiel Unterstützung als Haushaltshilfe kriegen kann.

00:31:09: Ich habe den leider nicht gekriegt, weil ich zu selbstständig dafür noch war wie die Wohnungen aussehen bei Leuten mit Autismus oder ADS.

00:31:16: Ja!

00:31:17: Braucht mal nur die Kinderzimmer gucken glaube ich jetzt, Eltern.

00:31:20: Dann weiß man das, dass es halt dieses typisch unstrukturierte und da kann zum Beispiel eine Haushalts Hilfe, die man dann nicht bezahlen muss, glaube ich sehr gut gebrauchen.

00:31:29: Das ist auch was, was ich aus meinem Pflegealltag kenne, wo wir das ja auch machen müssen.

00:31:33: Ich bin eigentlich für die Behandlungspflege zuständig, aber trotzdem hast du ab und zu auch, dass wir die Haushaltssachen einkaufen, bewuschen, fegen, saugen.

00:31:44: Bei den Patienten ist es aber nicht mehr können tatsächlich... Ja!

00:31:48: Ich finde das unwahrscheinlich faszinierend wie du dein Leben wuppst.

00:31:52: Du hast ja gesagt, du hast kleine Kinder.

00:31:55: Ich würde ganz gerne zur letzten Frage kommen.

00:31:57: Du hast schon ein bisschen angedeutet, gerade auch von deinen Kindern ausgehend oder vielleicht der Erfahrung von deinen Kindern nutzend?

00:32:06: Welche drei wichtigen Tipps würdest du meinen Zuhören geben die sich mit ähnlichen Herausforderungen herumschlagen müssen als Eltern oder auch als Betroffene damit man damit zurechtkommt?

00:32:24: Ihr seid nicht falsch, ihr seid nicht anders.

00:32:26: Ihr denkt nur ein bisschen um die Ecke oder ihr denkt auf einem anderen Weg im Gehirn.

00:32:30: Ähnlich wie man das vielleicht bei Linkshändern sagt.

00:32:32: Es funktioniert alles ein bisschen anders.

00:32:34: aber deswegen ist es nicht schlecht oder böse oder faul.

00:32:37: oder seid da offen kommuniziert, offen mit den Lehrern auch die Eltern weil ich glaube manchmal wenn's von Kindern kommt gerade wenn sie noch jünger sind hat man vielleicht auch nicht die Kraft oder traut man sich nicht mit dem Lehrer zu reden.

00:32:51: Aber dann als Eltern hinterhersehen kämpft für eure Kinder, bis es nicht mehr geht und zur Not muss man halt auch mal tatsächlich den Weg eines Schulwechsels gehen.

00:33:01: Aber redet da immer mit den Kindern oder mit dem Betroffenen hört zu und auch wenn's ja andere Flächen in dem Moment nicht kann oder sich mit irgendwelchen anderen Sachen ablenkt, hört er dann trotzdem zu?

00:33:12: Das ist auch oft so.

00:33:14: das ist nicht ich gucke nur auf mein Handy und ignoriere die sondern ich muss das machen um dir zuhören zu können.

00:33:19: Und das ist ganz oft so.

00:33:20: ein Thema Schöpft aus, was es an Möglichkeiten an Hilfen gibt.

00:33:26: Von Physioergo, Psychotherapie auch wenn das immer schwieriger wird heute zu Tage leider.

00:33:32: aber wir haben Recht darauf.

00:33:34: und auch ein Psychotherapeut kann helfen Lernstrategien nicht zu erfinden aber beigebracht zu bekommen oder zu entwickeln.

00:33:42: Das hatte ich zum Beispiel damals in meiner ersten Therapie die eigentlich wegen etwas anderem war.

00:33:48: Der hat mit mir gerade um den Abschluss rum oder für die Ausführungen ganz später ganz viel an Lernstrategien entwickelt.

00:33:56: Manchmal dauert das, bis man die richtige berufliche Tätigkeit gefunden hat.

00:34:00: für einen wie gesagt bei mir war es aufgrund der großen Empathie ich wollte immer Physiotherapeut werden.

00:34:04: Ich habe immer gerne passiert und selber auch vier Physiotherapie gekriegt durch meine Kotmotorik mit Knochenbrüchen und weiß nicht was ich alles hatte.

00:34:12: Über einmal beide Arme gebrochen gleichzeitig und so eine Geschichte nutzt es.

00:34:17: Ja, gute Therapie beim Schreiben.

00:34:19: Vielleicht hilft es einem bei dem anderen nicht.

00:34:22: also das eher so für die Kinder beim Erwachsenen.

00:34:25: wie gesagt nutzt die Chancen die irgendwie habt was es gibt.

00:34:28: informiert euch.

00:34:28: da helfen auch wieder die Social Media.

00:34:30: Geschichten extrem wo Sachen aufgezeigt werden wie mit dem Pflegedraht oder mit einer Behinderungsgrad.

00:34:37: Das heißt nicht dass ihr schlechter seid sondern im Gegenteil da stehen euch einfach mehr Hilfen zu und dann sucht euch ein Arbeitgeber solange bis er eingefunden hat der weil es eure Zeit gibt.

00:34:47: Also ich habe vorher in einem Heim gearbeitet, das war für mich dann irgendwann gar nichts mehr, da war der Zeitdruck zu groß und du warst als einzige Fachkraft im Spätsdienst, hattest quasi verloren und musstest die Patienten machen, musstest dich um die Angehörigen kümmern und noch Medikamente stellen und dann irgendwie noch die Doku wuppen.

00:35:04: Und das ohne eine Pause zu haben?

00:35:05: Das war ja quasi nicht möglich.

00:35:07: als Lichtraucher irgendwie eine Pause zumachen tatsächlich!

00:35:11: Weil du sonst den Wohnbereich hättest alleine lassen müssen was du nicht darfst.

00:35:15: Und deswegen war der Weg für mich in die ambulante Pflege, weil da bin ich alleine unterwegs.

00:35:20: Kann sogar wenn dazu wie es da sind, die mitnehmen und den Tipps geben, Tricks geben, Sachen zeigen, anleiten... Das funktioniert plötzlich!

00:35:28: In einer Pflegerausbildung selber war ich dann sogar irgendwann der Klassen-Sprecher, weil ich dieses ganze Wissen aus meiner ersten Ausbildung als Physiotherapeut hatte was die Theorie anging wo ich sehr aufgeblüht bin selbstbewusst geworden bin gelernt habe.

00:35:41: Gott sei Dank dank der Lehrer auch da die wussten Bescheid.

00:35:45: Aber die haben uns auch immer gesagt in der Pflege, vergesst nicht was ihr Wert seid.

00:35:49: Das heißt ich habe gelernt um meinen Gehalt zu verhandeln, darum zu kämpfen, sich hinten runterzufallen wie gesagt meine Arbeitsbedingungen so möglichst passend zugestalten im Absprache immer enge Absprachen mit dem Arbeitgeber und fast natürlich nicht bei jedem Arbeitgeher geht und vielleicht auch nicht bei einem acht Stunden Tag im Büro.

00:36:07: das muss man halt immer rausfinden was das Beste ist.

00:36:10: Ich glaube für mich wäre so ein Tag gar nichts Enge, wirklich enge den Kontakt zu den Klienten.

00:36:18: Zu den Patienten weil bei mir passiert es auch mal dass ich zehn Minuten einfach noch mich mit dem Patienten kurz unterhalte weil der noch den Bedarf hat oder auch ich je nachdem und die Chance habe ich beim Arbeitgeber.

00:36:31: klar muss man sich dann manchmal rechtfertigen wenn man plötzlich eine halbe Stunde länger da war jetzt geplant aber auch da gestern mit den Wegen und dann funktioniert das.

00:36:41: Die Klienten danken es einem sogar, weil wir oft die Einzigen sind, die am Tag sehen.

00:36:45: Wochen lang, Monate lang.

00:36:47: Ich glaube das ich eine ganz gute Arbeit gefunden habe.

00:36:51: auch wenn's da immer mal Ärger gab hat sich schon mich bisher ausgezeiht da irgendwie immer zu bleiben.

00:36:56: Es ist alles glaub ich ne Sache heutzutage leichter als früher Weil es einfach viel mehr bekannt ist, vielmehr Leute wissen dass sie Diagnose nicht mit Achtzehn aufhört wie bei mir war.

00:37:06: was ich damals auch nicht wusste Ich bin mit neunzen das erste mal zur Apotheke und wollte meine Medikamente holen damals.

00:37:12: Und die haben gesagt, nee können Sie mir nicht verschreiben?

00:37:14: Weil die Diagnosis gibt es angeblich ab achtzehn nicht mehr.

00:37:18: Wir brauchen ersten Streifen von der Krankenkasse, dass sie die Kosten wahrnehmen sonst hätte ich selber bezahlen müssen.

00:37:25: War kein Problem, wir haben Krankenkassen angerufen.

00:37:26: Die haben sofort einen Fax geschickt in die Apotheken und dann war gut.

00:37:29: Das sind alles so kleine Wege, kleine Ecken, die irgendwann meinem Lebensweg waren die mich viel stärker gemacht haben, aber manchmal auch ganz schön aus der Kurve gehauen haben.

00:37:40: Auch wenn es zu Kleinigkeiten waren weil du erst mal denkst was läuft hier falsch?

00:37:43: also?

00:37:44: und trotzdem hat man's dann halt hingekriegt.

00:37:46: oder auch da wieder meine Mutter mir den Rücken gestärkt hat gesagt komm wir gehen nochmal zusammen hin oder so.

00:37:52: Wir sind nicht falsch glaube ich sondern wir sind irgendwie ein bisschen anders.

00:37:56: Und die Frage die ich immer im Kopf hatte war das schon normal?

00:38:00: Also, oder wäre es normal?

00:38:02: Normal ist langweilig.

00:38:03: So hat auch mal ein Lehrer gesagt glaube ich.

00:38:06: Ja genau!

00:38:09: Und wie gesagt immer hoffen das man gute Lehrer hat die da auch Verständnis für haben wie sie jetzt oder wie dich.

00:38:16: Generell am Schiller war einfach der Vorteil.

00:38:19: Es waren viele junge Lehrer direkt nach dem Studium Die waren immer offen für sich die Kanten dann dass Krankheit wird die wussten irgendwie damit umzugehen Oder haben erst mal geguckt, wie derjenige damit oder in dem Fall ich mit umgehen und klarkomme.

00:38:32: Und dann sonst, wie gesagt gerne so eine Podcast oder generell Social Media.

00:38:40: Lieber Daniel!

00:38:41: Du hast jetzt die letzte Frage doch noch etwas länger beantwortet?

00:38:45: Mir fallen da zwei Sachen auf.

00:38:47: Glaub an dich und lass dich nicht aus der Kurve bringen Hast du formuliert?

00:38:53: Das sind so sehr schöne Bilder, die das Ende eigentlich dieser Podcast-Folge wahnsinnig gut eingeleitet

00:39:01: haben.

00:39:02: Ich bin unwahrscheinlich dankbar dass ich dich gefunden habe!

00:39:05: Ich bin glücklich darüber wie Du dein Leben wuppst und wie Du das alles in die Reihe bekommst.

00:39:13: Und auch ich möchte am Ende dieser Folge eine Lande brechen für all die Ein bisschen anders sind.

00:39:24: Denn genau die, mit dieser Diagnose ADS-ADHS zu kämpfen haben, das sind die, die eine hohe Kreativität besitzen.

00:39:36: Sie sind gefühlsbetont!

00:39:37: Sie haben ein feines Gespür für Stimmungen und eine hoher Empathie.

00:39:43: Sie haben eine intensive Leidenschaft für die Dinge, die sie interessieren.

00:39:47: Sie habe eine ausgeprägte Vorstellungskraft.

00:39:51: Das alles sind Eigenschaften, die ich an dir kenne.

00:39:55: Das alle sind Eigschaften, denen eben den einen vom anderen unterscheiden und ich wünsche uns allen ein bisschen mehr von diesen Eigenschaftern um die Welt da draußen noch ein bisschen weiter voranzubringen und auch weiter zu entwickeln denn alle wir gehören zusammen!

00:40:11: Wir sollten es gemeinsam tun.

00:40:14: Ich danke dir ganz herzlich dafür für diese wunderschöne Zeit, für dieses tolle Gespräch Und ich wünsche dir alles, alles Gute.

00:40:23: Und natürlich meinen Zuhörern da draußen!

00:40:26: Leute hört was Daniel sagt.

00:40:29: Glaubt an euch und lasst euch nicht aus der Kurve

00:40:32: bringen.

00:40:33: Hier

00:40:34: ist Reno die Mutmarin.

00:40:36: Dankeschön.

Über diesen Podcast

75% aller Eltern sind der Meinung, sie haben zu wenig Zeit für ihre Kinder und sorgen sich täglich, dass sie die kleinen und großen Veränderungen und Erfolge ihrer Kinder verpassen.

In diesem Podcast erhalten Sie als Eltern konkrete Tipps und Hilfestellungen von hochkarätigen Gästen und aus meiner 40-jährigen Erfahrung als Mutmacherin, Lehrerin und Mutter, wie Sie Versagensängste in Ihrer Erziehung überwinden und den Spagat zwischen Familie, Schule und Beruf so einfach wie nie zuvor meistern.

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Ich besitze seit August 2026 keine Website mehr.
Kontaktaufnahme bitte über meine E-Mailadresse.

Herzlichst
Ihr Ria Nolte - Dr. RiNo Mutmacherin

von und mit Dr. Ria Nolte

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