MUTmachGeschichten mit Dr. RiNo

MUTmachGeschichten mit Dr. RiNo

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00:00:00: Worin liegt der Unterschied zwischen diesen beiden Sätzen?

00:00:06: Schüler sagen, Lehrer haben's gut.

00:00:10: Schüler sagen Lehrer haben es gut.

00:00:14: Na, rausgefunden?

00:00:17: Anders

00:00:18: nicht

00:00:18: als Nacksch!

00:00:20: Mut macht Geschichten die glücklich machen.

00:00:23: Meine Oma hatte sie drauf diese Lebensweisheiten.

00:00:27: Jedes Mal wenn ich ihre Unterstützung brauchte Kamen sie aus ihr herausgesprudelt?

00:00:33: Zum Beispiel, alles was mit F anfängt verbockt man nicht.

00:00:36: Füller Fahrzeuge und Freunde oder

00:00:40: bist du

00:00:40: heiratzt ist alles wieder gut.

00:00:43: doch dieser Spruch top alles anders nicht als nacksch.

00:00:48: immer wenn ich Sorgen hatte etwas nicht zu schaffen Wenn ich den Kopf in den Sand stecken wollte Oder wenn ich das Gefühl hatte es geht nicht weiter Und ich fragte sie Kann ich das denn schaffen?

00:00:59: Meinte sie immer, anders nicht als nacksch.

00:01:01: Also na klar!

00:01:02: Warum denn

00:01:03: nicht?!

00:01:03: Schieß einfach los.

00:01:05: und genau dieses Anders Nicht Als Nacksch Das möchte ich mit euch teilen.

00:01:10: Dieses Es geht immer weiter.

00:01:13: Mutmach-Geschichten die glücklich machen.

00:01:15: Das ist mein neues Motto Denn auch bei mir ändert sich.

00:01:18: was also ändern sich auch meine Mutmachtgeschichte Bleibt dran Und wenn du noch mehr mit mir reden möchtest und vielleicht dich austauschen möchtes dann melde dich unter www.dreenominiestory.de zu einem kostenlosen Gespräch an!

00:01:32: Ich freue mich auf Dich.

00:01:34: und nun anders nicht als Nacksch, Mutmachgeschichten die glücklich machen!

00:01:53: Er brennt für das Fachdeutsch, wie man erkennen kann.

00:02:00: Commas sind eines seiner Lieblingsthemen.

00:02:03: Er ist im aktiven Schuldienst.

00:02:05: Er isst Schulleiter in Sachsen und eine Persönlichkeit die wie sein Satz Komma Weil immer Ursachen Begründung Und die Klären von Herausforderungen mag.

00:02:16: Ich begrüße ganz ganz herzlich Herrn Igor Bastian.

00:02:20: Ein wunderschönen guten Tag!

00:02:24: Was macht Ihrer Meinung nach das Koma so besonders?

00:02:28: Das Koma ist natürlich für viele Schülerinnen und Schüler eigentlich nichts anderes als der Ausdruck der Atempause.

00:02:35: Da wir in einer atemlosen Zeit leben, benutzen viele SchülerInnen und Schülern das Komma gar nicht mehr und ich glaube dass es auch eine Aufgabe von Schule sein kann und meine im Besonderen, das versuche ich seit einund dreißig Jahren, Schüler auch mal zum Pause machen zum Atmen, zum Kommersetzen zu bringen.

00:02:51: und da ist sozusagen die Orthografie ein schönes Mittel das Sprachbewusstsein.

00:02:56: Das Sprachgefühl zu stärken wiederherzustellen und das zu nutzen was uns unsere Sprache bietet.

00:03:02: Das ist mein Ansatz und seitdem bin ich bisher treu geblieben und hoffe dass sich auch die letzten Jahre die ich noch im Dienst bin noch neun bis zehn so halten werde.

00:03:12: Es ist natürlich auf die Sprache Deutsch zurückgeführt oder auf das Fach Deutsch zurück geführt eine faszinierende Überlegung Weil ja viele Menschen insgesamt diese Wechselwirkung zwischen Spannung und Entspannung überhaupt nicht mehr richtig ausleben können.

00:03:27: Und wenn man das schon im Kleinen sieht, dass das Koma eigentlich eine Atempause ist dann ich konnte mir durchaus vorstellen, wenn sie mein Deutschler werden würde ich dann wahrscheinlich einmal ganz tief durchatmen.

00:03:40: Das ist ein großer Wunsch.

00:03:42: Wir haben ja auch eine Schülergeneration in der gibt es gar keinen Unterschied mehr zwischen Unterricht und Pause, die sitzt in der Pause.

00:03:48: Ich hatte heute früh gerade Unterricht völlig unverändert an der Stelle wo sie vorher gesessen hat.

00:03:53: Die machen gar keine Pause!

00:03:55: Die machen keinen Komma, wo man mal durchatmet.

00:03:58: Wo man mal aufsteht und geht, sondern das Handy wird genommen, schaut drauf und nach zehn Minuten geht es weiter in die nächsten Unterrichtsstunde beginnt.

00:04:05: Das heißt also ich glaube man kann auf diesem Weg, das ist natürlich nur ein Hilfsinstrument aber man kann damit schon versuchen Leute macht mal ein Break, macht man unter Brechung verändert etwas.

00:04:16: Und ich glaube auch in der Haltung, in der Körperlichkeit und Bewegung ist das ganz wichtig.

00:04:21: Ansonsten haben wir dicke Daumen und schiefe Rücken irgendwann.

00:04:25: Insofern ist es ein kleiner Hilfskniff.

00:04:29: Sie haben schon gesagt ... Ich mache eigentlich so lange, dass ich Lehrer bin.

00:04:35: Gerade die Zeichensetzung ist ja sehr wichtig, Nehme und auch die Komma-Setzung.

00:04:39: Ich habe mir abgewöhnt in Diktaten zu sagen wie viele Kommas drin sind als ich sie noch geschrieben hab weil dann wird der Salzstreuer genommen und irgendwas irgendwo hingeschüttet.

00:04:48: das ist nicht sinnler Sachen.

00:04:49: Dann kommt sowas raus wie in ihrem Beispiel am Anfang sondern man muss schon sinnvoll Kommas setzen an Stellen wo man eben tatsächlich kurz verweilt um es mal mit Goethe zu sagen und mal kurz Luft holt.

00:05:00: Insofern ist das ein schönes Bild Reite ich immer ein bisschen drauf rum, meine Schüler mögen das nicht so sehr völlig klar.

00:05:07: Und dann gibt es ja noch Semicolon und Klammern und Bindestrische und Gedankenstriche und all die anderen hübschen Dinge womit wir also Unterbrechungen herbeiführen können.

00:05:16: aber das Komma ist halt das neun plus ultra schlechte.

00:05:19: Kennengelernt haben wir uns bei einer Veranstaltung der Barmer im letzten Jahr.

00:05:22: da ging es um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.

00:05:26: Wir beide waren sehr interessiert an der Veranstaltung.

00:05:30: Es gab gutes Faktenmaterial, jedoch die Schlussfolgerung waren für unsere Überlegungen zu kurz gedacht und deshalb sind wir ins Gespräch gekommen.

00:05:39: und im Endeffekt landet mir beim Thema Bildung.

00:05:42: Die UNESCO-Bildung für das einundzwanzigste Jahrhundert setzt fünf Säulen und zwar erstens lernen zu wissen zweitens lernen zutun.

00:05:53: drittens lernen zusammenzuleben.

00:05:56: viertens Lernen zu sein.

00:05:59: und fünftens lernen sich selbst um die Gesellschaft zu verändern.

00:06:03: Was bedeutet für Sie konkret Bildung?

00:06:08: Das ist ein weites Feld, ich würde Fontane oder auch Krass sagen egal wen man jetzt fragt.

00:06:14: also Bildung.

00:06:15: Das, was Sie zitiert haben ist natürlich das, was wir eigentlich leben und fühlen sollten.

00:06:21: Wir in Schule leben das Ganze ja in sehr strukturierter Weise.

00:06:25: Ich persönlich sehe Bildung immer im Spannungsverhältnis zwischen dem wo wir hergekommen sind und dem wo ich hingehe.

00:06:32: Also immer zwischen dem Verstehen des vergangenen und dem Gestalten des zukünftigen.

00:06:39: Das heißt Schule muss einerseits traditionell sein Und andererseits muss sie aber eben zukunftsweisend sein, dazu muss sie natürlich auch in der Lage sein zu wissen oder zumindest eine Idee davon zu haben was Zukunft verlangen könnte.

00:06:53: Sie haben gesagt zu verändern und zusammenzuleben das Zusammenleben verändert sich.

00:06:58: also.

00:06:59: Bildung im Kern heißt natürlich Wissen natürlich Aber es heißt tatsächlich so wie wir an vielen Stellen jetzt merken dieses Leben zu gestalten, indem wir uns befinden.

00:07:10: Und gerade unsere junge Generation ist ja... und ich glaube das wird immer ein bisschen ausgeblendet.

00:07:15: deshalb ist dieser Themenbezug den sie gebracht haben eigentlich sehr gut.

00:07:19: Das ist ja auch keine einfache Zeit in der diese junge Generation groß wird.

00:07:23: Es ist eine Generation die eigentlich von Unsicherheiten umgeben ist Von Chaos Krisen Kriegen Situation wie wir es vielleicht in diesem Maße Jahrzehnte nicht hatten Veränderungen, Taschenschurnatur der Digitalität etc.

00:07:38: Und da ist es sozusagen sehr schwer, Schule so zu definieren oder ich als Personen so zu definitionieren dass wir in der Lage sind den jungen Menschen tatsächlich was mitzugeben.

00:07:48: Das ist mein Anspruch.

00:07:49: Ich denke das Schüler auch im Sinne des Schülers als Lernender in einer Schule Dass er von uns erwarten kann, dass wir ihm als Begleiter und Unterstützer etwas mitgeben für sein Leben Für die Zukunft ihn fit machen dass wir mit dem Begriff der Kompetenz umschreiben, tatsächlich lebenstüchtig machen.

00:08:09: Lebensfähig und problemorientiert auch Dinge angehen zu können.

00:08:15: Das ist nach Wartung, die Sie völlig zurecht haben.

00:08:18: Da ist Schule auf einem sehr suchenden Weg momentan.

00:08:22: Für mich war es immer so ... Ich hab das auch gelebt aber von vielen nicht akzeptiert worden.

00:08:29: Ich habe immer das Gefühl gehabt ich muss die Kinder besser entlassen, als ich es selber bin oder wissender.

00:08:37: Das ist nicht die Möglichkeit den Kindern zu geben, wissener zu werden, als Iches bin denn ansonsten würden wir gesellschaftlich auf der Stelle treten.

00:08:46: Wenn ich jetzt Sie konkret frage was bedeutet das für Ihre Schüler?

00:08:51: Welche Herausforderung ploppen da Für sie als Lehrer ganz konkret auf?

00:08:58: Sie haben ja angesprochen, das Thema der psychischen Gesundheit ist ein Thema.

00:09:01: Wir hatten vor kurzem eine Studie oder wurde von Stiftung zur Einsamkeit und da gab es ein interessantes Ergebnis.

00:09:09: Das habe ich auch meinen Schülern vorgestellt, nämlich die Frage was der Einfluss zieht am meisten?

00:09:13: Da war in der anderen Social Media dabei und da war eben auch Schuldruck.

00:09:17: Und ich hab mir mal gefragt, es gibt zwei Zahlen, neunundzwanzig Prozent und zwanzivzig und die Zahl zwanzibzig Prozent bezog sich tatsächlich auf Schulleistungsdruck und die Zahl neunundzwanzig Prozent auf Social Media.

00:09:29: Das heißt, ich habe mir die Frage gestellt ob wir nicht von der Phantom-Debatte hinterher rennen wenn wir uns über Handyverbote und ähnliches unterhalten während wir auf der anderen Seite als Institution Schule offensichtlich eine solche Situation schaffen dass das junge Menschen leiden oder sich nicht wohlfühlen psychisch krank werden.

00:09:48: Das ist also glaube ich eine Herausforderung, dass wir junge Menschen gesund in die zukunft begleiten.

00:09:54: das ist glaube ich die erste Herausforderung.

00:09:56: Das zweite sie haben es genannt, dass wir sie kompetent dazu kann man wissen natürlich zählen, dass man sie kompettend begleitet und natürlich ist jetzt Ziel, dass sie schlauer rausgehen als wir es jemals warmen, das ist das Ziel.

00:10:10: Wir haben gesagt der Lehrer also in der eins ist immer wenn du mehr weißt als der Lehrer, das is das klassische Modell.

00:10:16: Das ist natürlich nicht ganz richtig aber Am Ende zeigt es doch, dass jemand auf sehr hohem Niveau etwas verstanden, etwas durchdacht hat.

00:10:24: Also denke ich das Kompetenz des Zweites ist.

00:10:27: aber ich glaube, dass eine Handlungsfähigkeit auch vielen Feldern ganz wichtig ist also zu verstehen was passiert und da fühle ich mich als Deutschlacher immer wieder zurückgeworfen auf das klassische Modell wenn wir jetzt über künstliche Intelligenz reden oder über jede andere Form von Digitalität den jungen Menschen in die Hand geben müssen, eine Quelle zu prüfen.

00:10:51: Sie zutorschauen sie zu hinterfragen und das ist ganz klassisch ob ich ein Zeitungsartikel nehme, den ich ausschneide oder habe ich einen Produkt einer künstlichen Intelligenz nehmen?

00:11:01: Das macht am Ende keinen Unterschied!

00:11:02: Ich muss fragen woher kommt es?

00:11:04: Wem dient es?

00:11:05: Und muss also auch die Analyse der Quelle, die dahinter steht versuchen denn am ende muss ich dafür gerade stehen wenn ich das benutze oder nicht benutzen.

00:11:15: Also ich glaube, das sind so Momente wo wir die Herausforderung sehen und ich habe es schon gesagt Ich sehe eben auch dass unsere jungen Menschen Die werden immer so gerne sagen, die haben alles so leicht und so weiter.

00:11:26: Das sehe ich überhaupt nicht!

00:11:27: Ich bin da ein großer Anhänger von Alma Falani mit seinem Buch Kinder ohne oder Minderheit ohne Schutz.

00:11:34: das ist glaube ich ein Thema habe das auch in vielen Veranstaltungen schon zitiert dass es also wirklich eine der Krisenzustand zum Normalzustand geworden ist.

00:11:42: Das seh' ich schon und insofern denke ich hier auch die Herausforderung wirklich einen Schutzrahmen zu schaffen.

00:11:49: Schule sollte ein Schutzraum werden, in dem sich junge Menschen auch ausprobieren können wo sie Fehler machen können und wo sie nicht dafür bestraft werden dass sie diese Fehler machen.

00:11:59: Da bin ich jetzt bei einer nächsten Frage.

00:12:02: Sie arbeiten als Schulleiter in einem Berufsbildungszentrum.

00:12:05: Ist es Ihrer Meinung nach heute notwendig das jeder Abitur machen muss?

00:12:10: Und was halten Sie von der gymnasialen Bildung?

00:12:13: Also grundsätzlich?

00:12:13: vielleicht nochmal zu meiner Schule.

00:12:15: Ich bin der Schulleiter des beruflichen Schulzentrums Friedrich Siemens in Pürna, wir haben insgesamt knapp zweitausend Schülerinnen und Schüler beziehungsweise Auszubildende, einhundertzwanzig Kolleginnen und Kollegen und Wir haben fünf verschiedene Schularten, indem wir unter anderem auch zur allgemeinen Hochschulreife, zur Fachhochschul-Reife führen.

00:12:33: Das berufliche Gymnasium ist die Fachoberschule.

00:12:35: Wir haben die klassische Berufsausbildung an der Berufsschule, die vollzeitschulische Berufssausbildung in der Fachschule.

00:12:44: In unserem Fall ist das die Erzieherausbildung heißt also ich habe heute früh gerade die Prüfung eröffnet im beruflichen Gymnasium.

00:12:50: wir sind auch eine Schule, die das Abitur anbietet aber ich persönlich bin von Hause aus studiert ein gymnasial.

00:12:59: Lehrer für Deutsch und Geschichte komme also aus dem Stall wenn nicht dass man so sagen darf der gymnasiale Bildung habe mich aber in den letzten Jahrzehnten doch Ein bisschen davon entfernt weil ich glaube nein die Antwort auf ihre frage lautet nicht jeder muss abitur machen.

00:13:15: das kann man zunächst mal sagen.

00:13:17: sie können auf jedem anderen bildungsweg sowohl was die lebensarbeitsleistung als auch was das lebensarbeit einkommen.

00:13:24: es wird ja häufig angeführt.

00:13:26: können Sie Gleiches erreichen.

00:13:28: Sie können auf höchstem Niveau arbeiten in Unternehmen, wenn sie sich in Unternehmen die unsere Ausbildungspartner sind umschauen was dort verlangt wird von einem heute Berufsabschluss von einem Gesellen das entspricht dem was wir vor zwei Jahrzehnten noch als Studium absolviert haben.

00:13:45: Das heißt hier haben wir also ein sehr hohes Niveaux an Ausbildung mittlerweile erreicht und Abitur ist aus meiner Sicht zu glauben, dass man immer erst mal auf den Berg steigen muss um dann am Ende zu sagen okay jetzt gucke ich mal auf welchen berg ich darunter steige.

00:14:01: das ist ja nicht sinn der sache.

00:14:03: das überfordert einerseits des gymnasium und wir kommen dann sie haben es ein bisschen angedeutet auch in so eine elitäre Richtung.

00:14:09: das abitur ist doch kein selbstzweck.

00:14:11: also es geht doch darum dass wir menschen dazu befähigen, das bestmöglich für sich und Aussicht zu machen.

00:14:19: Und im Umkehrschluss heißt es muss nicht jeder in ein allgemeinbildendes und auch nicht in ein berufliches Gymnasium.

00:14:24: Wir haben den großen Vorteil dass bei uns Schülerinnen und Schülern kommen die nach der zehnten Klasse sagen ja also ich will noch nicht aufhören mit Schule Ja Ich fühle mich an der Lage noch einen Schritt weiterzugehen und ja ich bin auch aufgrund meines Zeugnisses und meiner Kompetenzen befähigt das zu schaffen.

00:14:39: Das heißt, sie kommen zu uns, bewerben sich, hängen noch mal drei Jahre ran und erwerben dann nach drei Jahren ein allgemeine Hochschulreife und gehen dann viel zielgerichteter in einen Studium.

00:14:50: Und da sind in Sachsen kann man sagen etwa ein Drittel aller Schülerinnen und Schülern die von einer Oberschule kommt, die nochmal eine Studienqualifikation anschließen.

00:14:58: Es kann auch die Fachhochschulreife sein.

00:14:59: wenn ich also weiß Ich will nicht Ärzte, Lehrer oder Jurist werden, dann kann ich eben zu einer Fachhochschule gehen oder Hochschule für angewandte Wissenschaften.

00:15:10: Und zur Polizei?

00:15:11: Zur Feuerwehr?

00:15:12: Zur Justiz?

00:15:13: Zu Finanzwesen?

00:15:14: Da gibt es so viele Möglichkeiten auch in der Verwaltung wo viele Menschen gut orientiert sind.

00:15:18: also Abitur als non plus ultra als Goldniss fließt das lehne ich völlig ab.

00:15:23: Es soll es geben!

00:15:24: Es soll ein Teil von vielem sein.

00:15:25: aber es ist nicht dass non plus Ultra Das Gymnasium als klassisches Modell ich sag mal elitär konzipiert.

00:15:35: Das muss man einfach so sagen, Ich glaube auch dass das Selbstverständnis der Studierenden und auch der Lehrenden im Allgemeinbildengemnasium im Grunde eine gewisse elitäre Sicht hat.

00:15:47: Und zwar immer vor dem Hintergrund, dass sie sagen könnten Wenn du das hier nicht schaffst dann gehst Du halt!

00:15:53: Das können ich in Berufsvorbereitungss Jahr oder der Berufsschule nicht machen.

00:15:58: Sondern Ich bin als dualer Partner des Ausbildungsbetriebes In Verantwortung und Dienstleistung.

00:16:04: Ich Bin als Partner des Staates im Übergangssystem jemanden noch einen Hauptschulabschluss zu gewährleisten.

00:16:10: Der ist nicht geschafft da er nach Alkabein bildet Schule ihn zu begleiten dass wir diese jungen Menschen nicht verlieren.

00:16:15: Ich spreche von Berufsvorbereitungsjahr, Grundbildungsjahre und Bildungsmaßnahmen in der Berufsbildungsschule.

00:16:21: Das Gymnasium ist immer so wer nicht mit uns auf den Berg steigt bleibt halt zurück und dann sollen sich mal andere darum kümmern.

00:16:29: also mein Schulleiter im allgemeinbildenden Gymnasiums hat damals gesagt wenn wir den Schüler wegschicken dann lösen wir unser Problem aber nicht seins das Verständnis einer Berufsbildenschule.

00:16:41: Wir müssen das Problem des Schülers lösen, nicht unseres.

00:16:44: Und ich glaube dass das Gymnasium zu stark immer noch verhaftet ist der Tatsache man hätte ja einen Plan Das ist das Gymnassium, das ist das Abitur und wer das nicht schafft hat hier nichts zu suchen!

00:16:56: Das ist aber nicht der richtige Ansatz weil ich glaube damit wird man auch nicht dem pädagogischen Denken eines Erziehungs- und Bildungsaftrags gerecht.

00:17:05: Ich will es nicht generalisieren.

00:17:07: Ganz tolle Kolleginnen und Kollegen.

00:17:09: Ich bin selber auch da gewesen, habe viele gute kennengelernt.

00:17:12: aber eine Mentalität die so denkt wir sortieren aus hat selektive Gedanken.

00:17:17: das können wir uns eigentlich überhaupt nicht leisten denn Bildung kostet Geld!

00:17:23: Und wenn ich jemandem wegschieke verschwende ich Geld.

00:17:25: Das ist des Wirtschaftlichkeitsgebots eines Kaufmanns würde überhaupt nicht funktionieren mit dem Gymnasium.

00:17:31: das heißt ich glaube hier müssen wir ein bisschen ran im Selbstverständnis.

00:17:35: Das tut man beispielsweise, indem man eine starke Erwurfsorientierung in die Gymnasien bringt.

00:17:40: Damit mehr Praxisorientierung ist und mehr Verzahnung mit Wirtschaft.

00:17:44: Ich glaube, dass da vieles passiert, sodass sich dort eine Entwicklung abzeichnet.

00:17:48: Aber ich gebe Ihnen recht.

00:17:50: Viele Logenverbände, deutsche Lehrerverbände vermitteln sehr häufig ein konservatives, bewahrendes und sich selbst schützendes Bild.

00:17:58: Und das ist etwas, was nicht zeitgemäß ist.

00:18:01: Momentan haben Sie es schon gesagt, haben die Prüfungen wieder begonnen?

00:18:05: Und Tausende von Schönen schwitzen wieder über den Aufgaben.

00:18:08: Viele meinen, dass die Aufgaben heutzutage zu leicht sind und das das Abitur verschenkt wird – und dass viele zu gute Noten haben.

00:18:17: Gleichzeitig sagen andere, Noten müssen abgeschafft werden!

00:18:21: In Brandenburg gibt es momentan, das ist das erste Mal in den zehnten Klassen im Gymnasium keine Prüfung mehr.

00:18:27: Was halten Sie vom Prüfen?

00:18:28: Was halten sie von Noten?

00:18:29: Wie sehen Sie die Gewichtung?

00:18:31: Also ich glaube Prüfungen muss man unter zwei Aspekten sehen.

00:18:35: Auf der einen Seite haben unsere Schülerinnen und Schülern ja auch das Bedürfnis ihren Leistungsstand zu erfahren, in irgendeiner Art und Weise eine Prüfung zu machen.

00:18:44: Die Frage ist, in welcher Weise gestalt ich dass wir?

00:18:47: Erleben das ja ein Bewerbungsprozess, das kann ein Vorarbeiten sein.

00:18:51: Das kann ein Praktikum sein wo man sich beweisen kann.

00:18:53: da geht es gar nicht um Zeugnisse und Noten.

00:18:56: aber natürlich gerade in theoretischen Bildungsgängen oder Studienqualifizierten Bildungsgang sind Prüfungen eben häufig mit Frage Antwort versehen.

00:19:04: ich sehe Prüfung also für Schüler schon als wichtigen Leistungsstandsmessung.

00:19:08: Ich sehe es auch für Schulen als wichtige Leistungsstandsmessung.

00:19:12: wir bewegen uns ja auf eine datengestützte Schulentwicklung zu in der das ein wichtiges Indiz dafür ist Qualität von Schule zu definieren, Qualität vom Bildung zu definiern auch Qualität der Erziehungen.

00:19:24: Das heißt also Prüfung halte ich nicht für abzuschaffen.

00:19:27: die Frage ist muss man das über Noten machen?

00:19:29: Die Note an sich ist aus meiner Sicht auch kein Problem, denn sie ist ein Hilfskonstrukt.

00:19:34: Natürlich kann ich sagen auf einer Skala zwischen eins bis sechs dann ist die Note eins eben eine sehr gute.

00:19:41: es wird immer einen subjektiven Faktor geben ob das jetzt noch nach Eins oder schon zwei oder eben auch zu anderen Noten ist.

00:19:47: aber Ich muss mich in einem Gesamtgefüge orientieren.

00:19:51: wie bin ich?

00:19:52: Das finde ich grundsätzlich nicht falsch.

00:19:54: wir haben ja vor ein zwei Jahren mal die Diskussion über dieses Sportwettbewerb im Sommer gehabt wenn man sich auch messen kann.

00:20:00: Und ich glaube, junge Menschen wollen sich auch Messen!

00:20:02: Natürlich wollen sie gerne noch gewinnen – das wollen wir alle -, aber Sie wollen sich also auch messern lassen und wissen wo Sie stehen.

00:20:08: Dann ist die Frage wie kommt die Note zustande?

00:20:10: Ist die Note ein Gefühl oder ist die Note auf sachlicher Ebene begründbar?

00:20:16: warum etwas ist?

00:20:18: Ein letzter Gedanke dazu und es gilt für Prüfungen wie Noten.

00:20:21: Ich glaube, wir müssen viel mehr Wert auf den Prozess der Leistungserbringung legen und weniger auf die reine Leistung.

00:20:29: Wir wissen, dass es Blackouts gibt!

00:20:31: Wir wissen, dass es Prüfungsängste gibt.

00:20:33: Wir haben die psychische Gesundheit bereits angesprochen.

00:20:35: Das heißt wir haben Drucksituationen, die nicht das reale Leistungsvermögen abrufen und da kann man sich behelfen in dem man tatsächlich sagt, wir haben eine Entwicklung.

00:20:44: Wir habe einen Prozess.

00:20:46: Eine Leistung hat verschiedene Stufen.

00:20:48: ich kann es begleiten Ich kann es als Lehrer auch unterstützen.

00:20:51: Ich kann bestimmte Hilfen nutzen Und da glaube ich wenn wir den Fokus stärker darauf legen kommen auf den Bildungsgedanken und im Erziehungsgedanke viel näher Weil das ist das Leben.

00:21:02: Das Leben besteht also nicht immer nur aus momentanen Leistungserbringungen, sondern auch aus Stetigkeit, aus Alltag, Ausbeständigkeit und Verlässlichkeit.

00:21:11: Und ich glaube wenn wir das verstärkt in Prüfungsmöglichkeiten abbilden dann finde ich das besser als jetzt zu sagen Wir tauchen einmal rein mit einer Studie Einmal rein mit einem Vergleichsarbeit oder einmal rein Mit einer Prüfungen Sondern wir sollten eher den Prozess im Mittelpunkt rücken.

00:21:26: Ich habe da noch kein fertiges Modell Aber ich glaube es sollte die Richtung sein.

00:21:30: Sie hatten es vorhin schon angedeutet und ich bekräftige meine Frage nochmal.

00:21:35: Was halten sie von der Diskussion, dass Abitur- und Prüfungen und Abschlüsse heute verschenkt werden?

00:21:41: Ich war ja ein paar Jahre im sächsischen Kultusministerium auch für eine Schulart zuständig Und ich habe ja gesehen wie sich die Zahlen entwickelten gerade in Sachsen.

00:21:51: Das wird den anderen Bundesländern nicht anders sein Der sogenannten Eins Kommandoler.

00:21:56: Das ist immer ein guter Maßstab.

00:21:57: Als ich das letzte Mal dann mit bei der Zeugnisausgabe war, da waren es über zweihundert in Sachsen die dieses bekam.

00:22:05: Allgemein bildendes Gymnasium berufliches Gymnasiums Fachoberschule zusammengenommen.

00:22:10: Das war also sehr hoch und das war ein Prozess.

00:22:13: wir haben gar nicht mehr einen Landtag gekriegt.

00:22:14: mittlerweile findet das in der Frauenkirche statt weil es gar keinen Platz mehr gibt in Dresden dafür.

00:22:19: Das ist aus meiner Sicht nicht die Widerspiegelung der Realität.

00:22:23: Wir haben momentan die Situation, dass wir in zwei Richtungen gehen.

00:22:26: Und zwar, wir haben eine große Delle in der Mitte und eine große Spitze eine große Menge an jungen Menschen, die ich sage es jetzt mal mit meinen Labidarm-Worten abgehängt sind.

00:22:38: Aber diese Zwischenebene also der Dreierbereich, der klassische befriedigende Bereich fehlt uns.

00:22:43: Also wir haben die die große Probleme haben, die ins Übergangssystem gehen, die auch Abschlüsse nicht schaffen und wir haben auf der anderen Seite durchaus eine große Leistungsstärke an der Spitze.

00:22:52: ob sie so stark ist wie es die Zahlen sagen das bezweifle ich.

00:22:57: Und insofern ist schon die Frage nach dreizig Jahren wenn ich meine Arbeit aus meinen ersten Jahren, aber das würde ich heute nicht mehr fragen.

00:23:07: Zu ehrlich muss es sein, dass es vielleicht gefühlt ist.

00:23:10: Ich bin kein Wissenschaftler der das tut.

00:23:13: Aber wenn ich diese Frage stelle, habe sie mittlerweile in mehrere Fragen auseinandergenommen und abgeschwächtig, habe die Punkte aus Beute reduziert.

00:23:23: Das heißt tatsächlich dass ich glaube das wir in unserem Level heruntergegangen sind.

00:23:27: Die Frage ist nur warum haben wir das gemacht?

00:23:29: Haben wir es gemacht weil die Schüler schwächer geworden sind?

00:23:33: Stichwort Geduld, stichwort Konzentrationsvermögen, stichtwort Intelligenz?

00:23:38: oder haben Wir das gemacht weil unsere jungen Menschen unter ganz anderen Einflüssen stehen, die von ihnen ganz andere Herausforderung erwarten, die wir vielleicht mit unseren Abfragen gar nicht mehr abbilden können Das Wissen eben gar nicht mehr so wichtig ist, weil ich sagen kann.

00:23:51: Ich frag mal die KI oder ich frag mal Google was ja nichts anderes ist und habe sofort die Information.

00:23:56: das heißt wir haben dort ein Fokus und deshalb Die Anforderungsniveau des Gymnasiums sagen sehr dass man auf Anforderung niveau drei eigentlich dann tatsächlich reflektiv arbeiten soll auch kreativ Arbeiten soll Dass wir viel stärker in diese Richtung gehen müssten Und all die klassischen arbeiten sozusagen gar nicht mit dem mittelpunkt stellen sodass sich glaube dass am ende das Bild Was wir wenn wir die gleiche Arbeit nehmen Dann würden wir sagen Ja, es ist schwächer geworden.

00:24:20: Aber wir müssen sehen das hat sich auch die Erwartungen der Gesellschaft und die Erwertung auch der Berufsausbildung oder der Studien gewandelt.

00:24:27: Das heißt, wir haben eine andere Zielrichtung und deshalb muss man mit anderen Fragen rangehen und diese Flexibilität ist ja gut so sie haben also so gesehen möchte ich mich nie ganz hundertprozentig auf den Standpunkt stellen dass unsere Schülergeneration jetzt schwäischer als früher sonst hat andere Herausforderungen zum Meistern.

00:24:43: Ich hab neunundsiebzig mein Abitur mit eins, zwei gemacht.

00:24:46: Also ich wär wahrscheinlich nicht in die Frauenküche eingeladen worden, aber ich bin trotzdem ein Diplom-Schüler geworden!

00:24:51: Das gab's zu DDR-Zeiten?

00:24:52: Schön!

00:24:53: Mit zwei, zwei noch Verzeugnis ... Aber ich habe danach irgendwann mal, als ich festgestellt hab, was die Schüler in der heutigen Zeit in Deutschland haben, hab ich mal Albträume gehabt, dass ich das Abiturt in Deutschland ablegen muss, weil das hätte ich nicht geschafft.

00:25:06: Gleichzeitig weiß ich auch, was ich im Abiturn oder schon in der zehnten Klasse Und das würden unsere Schüler heute nicht schaffen.

00:25:15: Das wären andere Sachen gewesen und wobei auch, sag mal viel mehr Rechnung dabei war und weniger diese Schlussfolgerungen und Erklärungen die man da abgeben muss.

00:25:27: Das spielte damals überhaupt keine Rolle.

00:25:30: Kommen wir noch zu dem anderen Thema was uns beide betroffen hat und betrifft.

00:25:35: Wir haben den Weg des Lehrerwerdens getroffen.

00:25:38: Wir sind Lehrer geworden die Lehrerausbildung absolviert.

00:25:43: Wir wissen beide heute, dass eine der größten Herausforderungen, die Suche nach neuen Lehrkräften ist.

00:25:50: sowohl Lehrerausbildung als auch leerer Mangel-Problemseiteinsteiger alles das sind Themen, die sehr viel Explosionsgefahr in sich tragen was es auch in der Gesellschaft diskutiert wird.

00:26:03: wie sehen Sie dieses Problem?

00:26:04: Wie können wir das angehen?

00:26:06: Was haben wir vielleicht auch falsch gemacht und was muss ich ändern?

00:26:10: Es ist natürlich ein sehr weites Feld und ich betrachte das jetzt vorrangig aus dem Blickpunkt einer berufsbildenden Schule.

00:26:16: Wir haben ja verschiedene Lehrämter in Deutschland, wir als berufspildende Schule sind leider auch ein Bereich neben den Förderschulen neben den Oberschulen oder Mittelschulen, wie sie heißen.

00:26:31: Wo es einen großen Lehrermangel gibt?

00:26:33: Den Lehrermange gibt es zumindest objektiv nicht ganz so extrem gegen Gymnasien und mittlerweile zum Glück auch nicht mehr in den Grundschulen aber in diesen anderen drei genannten.

00:26:43: Das heißt ich betrachte das mal aus diesem Aspekt Und da ist es leider so.

00:26:47: eigentlich wird niemand Lehrer an einer Berufsbildenschule der sich nicht selbst absolviert hat.

00:26:52: Also es würde keinem Gymnasiasten eines allgemeinbildenden Gymnasiums vermutlich einfallen, wenn er nicht durch irgendwelche Umwege dahin käme an eine berufliche Schule zu gehen oder eine beruhfliche Fachrichtung wie Elektrotechnik oder Metall- und Maschinentechnik.

00:27:07: oder Fahrzeugtechnik zu studieren, auch Wirtschaft und Verwaltung.

00:27:11: Das heißt das ist immer mit einer Interessenlage verbunden, da sind berufliches Gymnasium ein guter Weg dahin weil man dort einen entsprechenden Leistungskurs hat.

00:27:18: also das ist das erste Problem und das gleiche gilt auch für Oberschule.

00:27:21: jemand der ein Gymnasiums besucht hat und ich brauche eine Abitur um Lehrer zu werden Auch wenn man das sowohl in Brandenburg als auch in Sachsen mittlerweile aufweicht.

00:27:30: Jemand der die Oberschuhe besucht wird nicht Lehrer wenn er keine Abituren hat.

00:27:33: Das heisst er muss eigentlich die Oberschule und das berufliche Schulzentrum besucht haben.

00:27:37: Das ist unsere Klientel, an die müssen wir ran.

00:27:40: Wir haben über viele Jahre vieles falsch gemacht und wissen, dass die Vorurteile sehr groß sind.

00:27:46: Ich glaube auch, dass unser Bild in der Öffentlichkeit schwierig ist.

00:27:50: Ich muss leider zugestehen, dass manchmal sehr viel Wahres daran ist – ich erlebe das selbst bei vielen Kolleginnen und Kollegen -, dass dort eine Mentalität eintritt.

00:28:02: Generation, also die kommen Rasten ein und dann bleiben sie vierzig Jahre so.

00:28:06: Das kann es natürlich nicht sein.

00:28:08: Lehrer sein muss heute heißen ich muss flexibel sein Und das ist eine große Herausforderung.

00:28:14: Also wenn ich mich in Deutschland um Mindberufe oder ähnliches kümmere.

00:28:18: Dann rede ich häufig eigentlich über den Umgang mit Maschinen aber nicht mit Menschen.

00:28:22: In Deutschland sind Berufe die mit Menschen zu tun haben in der Regel nicht so hoch angesehen.

00:28:27: Da sehen wir an der Pflege, da sehen wir im Krankenhaus, da sehe man in der Bildung.

00:28:31: Das ist irgendwie, ja das muss es auch noch geben.

00:28:34: Das ist das erste Verständnis.

00:28:36: Wer nimmt einen Beruf war der nicht so eine große Anmerkennung

00:28:39: hat?

00:28:40: Kommen wir dann nochmal auf die Lehrerausbildung zurück.

00:28:42: Wir hatten schon angefangen uns über diese Problematik zu unterhalten gerade auch was die Qualität der Lehreraussbildung betrifft und was die Problematikkseite-Einsteiger betriffe.

00:28:53: Was halten Sie von dieser Situation und wie können in den nächsten Jahren neue Lehrer generieren?

00:29:00: Also ich bin in sehr vielen Runden mit der Universität, mit der Lehrers Ausbildungsstätte weil mir das am Herzen liegt.

00:29:06: Wir haben sehr häufig Praktikanten wir haben schulpraktische Übungen und wir haben Referendare.

00:29:11: Das sind Ausbildungsschule, wir haben in Sachsen ein Modell es heißt Schulassistenz Q wo junge Menschen begleitet werden während ihres Studiums indem sie in den Freistaat eingestellt werden als Sachbearbeiter und zwei Tage in der Schule und drei Tage im Studium sind.

00:29:26: Überall sind wir involviert, weil mich das sehr umtreibt.

00:29:30: Grundsätzlich sind wir als berufsbildende Schule in einer Sonder-Situation was die Seiteneinstärker betrifft und ich habe zum Beispiel einen großen Bereich der gewerblich technischen Berufsausbildung im Bereich Kraftfahrzeugtechnik oder Umwelttechnik.

00:29:43: Wenn ich dort natürlich jemanden bekomme, der praktische Erfahrungen hat.

00:29:47: Der auch an Kammern, Handwerkskammer beispielsweise oder Industrie- und Handelskammer schon Prüfung abgenommen haben.

00:29:52: Wer selbst ein Ausbilder Ereignungsschein hat dann sind das Leute.

00:29:55: die sind natürlich sehr gut geeignet in der Praxis hier zu unterstützen und haben einen guten Weg in die Schule hinein.

00:30:01: Und ich muss sagen wir im letzten Jahr eine ganze Reihe von Seiteneinstärkungen gewonnen.

00:30:05: Das ist ein Gewinn für Schule.

00:30:06: Es geht so weit dass wir Kollegen haben Die sind Architekten gewesen Die hat man zwei Fächer zuerkannt, in dem Fall ist es also Bautechnik und Kunsterziehung.

00:30:15: Das bringt ein Wissen an Praxisnähe in die Schule hinein.

00:30:18: das möchte ich nicht mehr missen.

00:30:20: auch quantitativ ist eine große Rolle weil wir gar nicht mehr so viel grundständig ausgebildete haben.

00:30:26: mit Sachsen beginnen jedes Jahr gerade für den Berufsbildbereich etwa hundert Studierende das Lehramt an Großbeden-Schulen zu studieren.

00:30:32: Von denen studieren etwa zwei Drittel im Bereich Sozialpädagogik, Gesundheit und Pflege.

00:30:36: Das ist schwierig.

00:30:37: aber dort wo wir jetzt gerade den Mangel haben Wirtschaft und Verwaltung gewerblich technisch Dort sind sehr wenige Studierende.

00:30:44: Und dann wissen wir ja das Eisbergprinzip Wer kommt am Ende tatsächlich zum Ziel?

00:30:48: Wer hat auch ein Erfolg?

00:30:50: Und dass das Studium nicht so stark auf das Lehrerstudium.

00:30:53: Es ist rein auf Diplombildungsgänger oder auf Examsbildung ausgerichtet Aber oder auf Master Aber nicht auf das, was wir in Schule brauchen.

00:31:01: Da wünschte ich mir mehr denn in der Technische Universität Dresden wo beispielsweise die Berufsausbildung unserer Studierenden stattfindet da sind die Lehramtsstudien mittlerweile die größte Studierendgruppe.

00:31:12: also dass damit hausiert auch diese Exzellenzuniversität dass man das tut.

00:31:17: aber Ich sehe keine Spezifik der Förderung innerhalb der Universität.

00:31:22: Da wünschte ich mir mehr Exzellenz, das würde ich ganz klar sagen und ich glaube da kann die Universität einiges tun.

00:31:27: Man muss nicht das volle Elektrotechnikprogramm abspulen um Lehrer für Elektroniker zu sein.

00:31:33: man muss vieles wissen aber es wird immer vom Level eines Abiturs ausgedacht.

00:31:37: Muss quasi alles wissen!

00:31:39: Das muss sich aber nicht in einer Schule.

00:31:41: mal abgesehen davon.

00:31:42: Und die Verzahlungen natürlich zwischen den Phasen erste zwei oder dritte Phase Die müsste noch weiter verstärkt werden.

00:31:46: wir sind daran Aber es ist ein weiter Weg.

00:31:49: Und Seiteneinsteiger, ich muss wirklich sagen also bin sehr dankbar das haben dass es auch weiterhin geben wird obwohl wir jetzt in so einer Situation sind dass man Angst hat wenn wir die alle einstellen dann haben wir keinen Platz mehr für die grundständig ausgebildeten.

00:32:02: Also wieder eine schwierige Situation weil irgendwann Sachsen ist auch Klamm sowie anderen Bundesländer natürlich das Geld nicht mehr da ist um neue Kolleginnen und Kollegen einzustellen.

00:32:11: Das kennen wir ja.

00:32:12: Ich selber habe das selber auch durch erlebt als Kollege Dass sich Glück hatte damals den Fuß in die Tür zu bekommen.

00:32:17: Wir werden aus diesem Lehrer-Mangel sicherlich in einen Lehrerüberfluss wieder wechseln und wird das klug zu gestalten.

00:32:23: Das wäre in der Lehrerausbildung gut vor Ort, aus meiner Sicht.

00:32:26: Ich kann mich ja erinnern – das muss in den Anfang Mitte des siebzigerjahres schon mal gewesen sein in der Bundesrepublik

00:32:33: Deutschland

00:32:34: die Lehrer schwemmet!

00:32:36: Ja, aber es ist natürlich verständlich, dass man jetzt alles versucht um Lehrer auszubilden oder zu generieren.

00:32:42: Aber wenn die fertig sind in fünf, sechs, sieben Jahren.

00:32:45: Wenn wir mal überlegen mit dem Vorbereitungsdienst erstes, weil das Staatsexamen ... Gibt's nicht

00:32:50: mehr so viele Schübungen?

00:32:51: Die Situation verändert!

00:32:52: Dann ist die Situation verändert und dann stehen die da und brauchen wir sie nicht mehr.

00:32:56: Das ist also auch nicht ganz geschickt, was wir machen.

00:32:59: Mit sehr viel mehr Fingerspitzengefühl wünschte ich mir dort oder eben eine Breitebandausbildung, dass auch ein Einsatz woanders möglich wäre.

00:33:06: Herr Bastian jetzt putt dabei die Fische.

00:33:08: Komma

00:33:09: Weil

00:33:10: Versuche Sie mal zusammenzufassen.

00:33:12: Was hat es mit Ihren philosophischen Grundgedanken zum Komma oder zum Kommawael zu tun, worüber wir uns jetzt gerade alles unterhalten haben?

00:33:19: Also grundsätzlich bin ich jemand der natürlich immer die Frage stellt warum.

00:33:26: Und Kommawail sagt ja nichts anderes.

00:33:28: und vor vielen Jahren als ich noch im allgemeinen Bild ein Gymnasium war gab es für jeden Kollegen so eine Kurzbezeichnung.

00:33:33: meine war eben Kommawiel das war der Habastian.

00:33:36: weil ich fast immer wenn einen Schüler eine Behauptung aufstellt eine These formuliert, irgendein Satz sagt und immer gesagt Komma Weil.

00:33:45: Und dann fragen die Gesichter an.

00:33:47: Ich glaube das ist etwas was wir immer haben dass wir fragende Gesichter haben egal ob es Kollegen sind Ob im wissenschaftlichen Bereich oder im Unterricht ist Dass wir uns immer fragen müssen.

00:33:57: Warum ist das so?

00:33:59: Wie ist das dazu gekommen?

00:34:00: Was haben wir denn da gemacht, dass es so weit gekommen ist?

00:34:03: oder was haben wir vielleicht falsch gemacht.

00:34:04: Oder warum finden wir das falsch und wie müssten wir's ändern.

00:34:07: Das heißt also dieses Komma Weil impliziert eigentlich dieser permanenten Wunsch zu fragen... ...was ist bisher gewesen, was haben richtig, was aber falsch gemacht und wo können wir es besser machen und wohin können wir gehen?

00:34:19: Das ist für mich so ein Indiz und ich habe vor vielen Jahren noch in DDR-Zeiten.

00:34:23: Ich bin ja auch jemand geboren, da habe ich gelesen Karl Marx hat mal die Frage seine Lieblingsfrage gesagt immer Fragen warum?

00:34:30: Und das ist eigentlich etwas was sich gut fand und das ist etwas was ich bei mir in diesem Komma Weil ausdrückt dass ich immer hinter frage und manchmal auch natürlich nicht zum Wohlwollen derjenigen die diese Frage abbekomme.

00:34:43: aber das ist glaube das, was den Menschen im Innersten vorantreibt.

00:34:48: Das war so ein bisschen frei nach Goethe und ich glaube, dass ist das, wat mich auch zusammen ... Auch weiterhin nach dreißig Jahren immer noch in diesem Beruf und auch in meinem Leben vorantreiben.

00:34:57: Ich hatte viele Jahre den Begriff Intus der laufende Meter weil ich hab mit einem mit einer Fünfzig fast nie zu sehen war aber ich wollte immer zu

00:35:04: hören.

00:35:06: Auch gut ja!

00:35:08: Laut und gut hören, der hört alles.

00:35:10: Genau.

00:35:11: Wenn man vorne steht und hinten einer flüstert also Manchmal halten sie in die Ohren nicht so, aber da hat man schon so eine gewisse Fokussierung.

00:35:19: Ich möchte gerne unser Gespräch beenden!

00:35:21: Es war faszinierend und ich habe viel gelächelt, viel geschmunzelt auch gelacht weil es bestätigt sich immer wieder das ist eines der schönsten Berufe sein kann und aus verschiedenen Perspektiven gesehen findet man immer wieder etwas Neues.

00:35:35: und ich hab gerade heute wieder ganz wieder zugelernt vor allem was das Komma betrifft.

00:35:39: mein Resümee ein Komma kann den Bedeutungsgehalt eines Satzes präzisieren.

00:35:45: Über das Komma wurde sogar ein Buch geschrieben im Zusammenhang mit der Geschichte der Philosophie, wissen Sie das?

00:35:50: Habe ich jetzt nicht gehört aber Sie wissen es besser!

00:35:53: Ich habe's mir nur angeguckt, das war total interessant.

00:35:56: Da ging es möglich darum, nicht nur diese Brause zu sehen sondern auch die Präzision... ...die Genialität in dem Komma drin steckt was auch die Gedankengänger betrifft.

00:36:06: Wenn man das so nimmt dass das Komma die Voraussetzung oder die Grundlage ist für die Geschichte der Philosophy Dann ist das Komma auch die Grundlage der Pädagogik, denn sie ist ja aus der Philosophie erwachsen.

00:36:18: Und

00:36:18: zum Schluss muss ich Ihnen noch sagen, ein Komma kann sogar fliegen!

00:36:21: Im Vorbereitung auf jedes Gespräch gucke ich immer so bisschen um was mir zu diesem Thema genannt wird und dann habe ich festgestellt es gibt Kommas, die fliegen können.

00:36:31: Genau das wünsche ich uns diese Flexibilität, diese Stärke und auch diese Möglichkeiten, für uns zu nutzen als Pädagogen, für unsere Schüler da draußen.

00:36:44: Für die Eltern und alle damit unser Gesellschaft voran wächst.

00:36:48: Denn jetzt kommt die Auflösung dieses Komma.

00:36:50: was fliegen kann ist ein Schmetterling.

00:36:52: Der Schmetterming sieht eigentlich aus wie ein trockenes Blatt.

00:36:57: Und wenn er die Fügel öffnet dann hat der lauterweise kleine Striche und deshalb heißt ja Kommaschmetterlingen.

00:37:04: Ich wünsche Ihnen, ich wünsche uns immer eine gute Zeit und dass unsere Kommas auch mal anfangen zu fliegen.

00:37:11: So ein möglicher sein!

00:37:12: Herzlichen Dank für dieses wunderschöne Gespräch.

00:37:15: Ich danke Ihnen Frau Dr.

00:37:16: Nolde.

00:37:17: alles Gute

00:37:18: Danke Und das war sie schon wieder die extra Portion Mutmach Geschichten.

00:37:23: Als kleines Dankeschön für Sie und Ihre Treue erhalten Sie ein kostenloses fünfzehnminütiges Beratungsgespräch mit mir.

00:37:31: Bis zum nächsten Mal.

00:37:33: Herzlich Ihre Rihaneute bekannt als Rhino Mutmacher.

Über diesen Podcast

75% aller Eltern sind der Meinung, sie haben zu wenig Zeit für ihre Kinder und sorgen sich täglich, dass sie die kleinen und großen Veränderungen und Erfolge ihrer Kinder verpassen.

In diesem Podcast erhalten Sie als Eltern konkrete Tipps und Hilfestellungen von hochkarätigen Gästen und aus meiner 40-jährigen Erfahrung als Mutmacherin, Lehrerin und Mutter, wie Sie Versagensängste in Ihrer Erziehung überwinden und den Spagat zwischen Familie, Schule und Beruf so einfach wie nie zuvor meistern.

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Herzlichst
Ihr Ria Nolte - Dr. RiNo Mutmacherin

von und mit Dr. Ria Nolte

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